Skispringen

Schwarzwälder David Siegel gewinnt deutsche Meisterschaft in Hinterzarten

Andreas Strepenick, aktualisiert um 13.45 Uhr

Von Andreas Strepenick & aktualisiert um 13.45 Uhr

Sa, 14. Juli 2018 um 12:04 Uhr

Skispringen

Skispringer David Siegel aus Titisee-Neustadt kann die deutsche Meisterschaft auf Matten in Hinterzarten für sich entscheiden. Bei den Frauen gibt’s einen Doppelsieg.

Das Skispringen ist seine große Liebe, der Schwarzwald seine Heimat. David Siegel, das 21 Jahre alte Top-Talent vom SV Baiersbronn, gewann am Freitagabend in Hinterzarten mit der Tagesbestweite von 105,5 Metern die deutsche Meisterschaft auf bewässerten Kunststoffmatten. Im Wettkampf der Frauen platzierten sich punktgleich Juliane Seyfarth von der TSG Ruhla und Katharina Althaus vom SC Oberstdorf ganz vorn.

Siegel springt Tagesbestweite von 105,5 Metern

"Ich bin verletzungsfrei, habe keine Schmerzen und konnte in diesem Frühjahr gut ins Training einsteigen", sagte Siegel der Badischen Zeitung. Lange Zeit hatte der 21-Jährige, der mittlerweile in Titisee-Neustadt lebt und in Hinterzarten trainiert, nach einer Verletzung am Sprunggelenk mit Schmerzen kämpfen müssen. Auch im vergangenen Winter ging es bei ihm nur langsam voran. Kann Siegel weiter wie geplant trainieren, ist er im kommenden Winter wieder ein Kandidat für das Weltcup-Team von Bundestrainer Werner Schuster – und für die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2019 im österreichischen Seefeld.

Gleich hinter Siegel platzierte sich Stephan Leyhe, Wahl-Schwarzwälder vom SC Willingen. "Es war schön, jetzt wieder in den ersten Wettkampf zu starten", sagte Leyhe, der im Hinterzartener Nachbarort Breitnau lebt, der BZ. Dritter im Männer-Wettkampf wurde Moritz Baer (SF Gmund Dürnbach). Andreas Wank vom SC Hinterzarten, Team-Olympiasieger der Spiele von Sotschi 2014, sicherte sich Platz fünf. "Ich kämpfe weiter um die Rückkehr ins Weltcup-Team", erklärte der 30-Jährige aus Titisee.

Zwei Frauen mit 279,8 Punkten vorn

Im Feld der Frauen platzierten sich vor mehreren 100 Skisprung-Fans bei angenehmen 25 Grad im Schatten gleich zwei Skispringerinnen vorn: Katharina Althaus (SC Oberstdorf) und Juliane Seyfarth (TSG Ruhla). Beide brachten es nach zwei Wettkampfsprüngen auf 279,8 Punkte. Auf Platz drei sprang Gianina Ernst (SC Oberstdorf). Ramona Straub vom SC Langenordnach wurde nach korrigierter Ergebnisliste am Ende Fünfte – für sie ein Erfolg. Gesundheitliche Beschwerden hatten ihr das Frühjahr vermasselt, sie kann erst seit einer Woche wieder richtig trainieren. "Das war jetzt mein zehnter Sprung auf dieser Schanze in diesem Sommer. Wenn man das bedenkt, ist es richtig gut gegangen", sagte die 24 Jahre alte Olympia-Achte der Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang 2018.

Ein Problem mit der Windmessung hatte dafür gesorgt, dass die Endergebnisse der DM erst am späten Freitagabend vorlagen.

Bayern im Teamwettkampf vorn

Den Teamwettkampf am Samstag gewannen erwartungsgemäß wieder Skispringer aus Bayern. Das zweite Quartett des Bayerischen Skiverbands (BSV) in der Besetzung Karl Geiger, Max Goller, Philipp Raimund und Markus Eisenbichler setzte sich gegen das Team BSV I mit Pius Paschke, Moritz Baer, Constantin Schmid und Olympiasieger Andreas Wellinger durch. Auf Rang drei landeten die Lokalmatadoren Andreas Wank, Dominik Mayländer, Luca Roth und David Siegel.

Die Frauen bildeten im Schanzenzentrum Hinterzarten Zweierteams. Die Thüringerinnen Juliane Seyfarth und Pauline Hessler setzten sich mit 523,6 Punkten gegen die Konkurrenz aus Bayern (Gianina Ernst/Katharina Althaus, 485,1 Punkte) und Baden-Württemberg (Ramona Straub/Carina Vogt, 476,6 Punkte) durch. In zwei Wochen geht’s weiter mit dem Hinterzartener Skisprung-Juli: Dann kommen die weltbesten Weitenjäger zum Sommer-Grandprix in den Hochschwarzwald (http://www.sommerskispringen-hinterzarten.de