Hochschwarzwald

Skisprung-Weltcup der Frauen macht in Hinterzarten Station

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mi, 13. Dezember 2017 um 22:00 Uhr

Skispringen

Premiere am Samstag: Mit einem grandiosen Start in die Olympia-Saison betrieben die deutschen Skispringerinnen beste Werbung für ihren Heim-Weltcup in Hinterzarten.

Katharina Althaus kommt nach zwei Siegen und einem zweiten Rang in Lillehammer (Norwegen) als Weltcup-Führende in den Hochschwarzwald. Auch Olympiasiegerin Carina Vogt und Mixed-Team-Weltmeisterin Svenja Würth (Baiersbronn) haben gute Aussichten auf Spitzenplätze. Auf die Premiere des Frauen-Team-Weltcupspringens am Samstag folgt am Sonntag ein Einzelspringen.

Der furiose Auftritt zum Auftakt, bei dem sich auch Vogt und Würth schon das Olympia-Ticket für die Spiele in Südkorea (9. bis 25. Februar) sicherten, lässt die Erwartungen an die besten Springerinnen des Deutschen Ski-Verbands (DSV) in die Höhe schnellen. Kein Problem für Bundestrainer Andreas Bauer: "Es ist schön, dass wir noch eine zweite Siegspringerin haben." Und mit der Baiersbronnerin Svenja Würth, auf Rang fünf, sechs und sieben auch nahe an der Weltspitze, habe der DSV jetzt gleich "drei Eisen im Feuer". Zudem hat die 18-jährige Gianina Ernst (SC Oberstdorf) als Achte bereits die halbe Olympianorm geschafft, die der Verband wegen der Leistungsstärke seiner Springerinnen intern verschärft hat.

In Hinterzarten geht der teaminterne Kampf um nur vier Olympia-Startplätze in die nächste Runde. Bei seinem Heim-Weltcup kann jeder ausrichtende Verband zusätzlich zu den sechs startberechtigten Athletinnen eine nationale Gruppe melden. Einzige Vertreterin des Skiverbands Schwarzwald (SVS) unter den elf DSV-Springerinnen ist Ramona Straub vom SC Langenordnach. Die 24-jährige B-Kaderathletin verpasste bei der teaminternen Ausscheidung zum Abschluss der "Schneevorbereitung" in Lillehammer nur "sehr knapp" einen Startplatz, wie Bauer bestätigt. Die Formkurve der Hochschwarzwälderin zeige zudem nach oben, somit sei die Chance auf ihre erste Olympia-Teilnahme nicht gesunken. "Ich traue ihr die Top 15 zu", sagt der Bundestrainer und kündigt an, "die Mädels werden sich matchen in Hinterzarten". Kampfgeist und voller Einsatz werden sich lohnen, denn für die kommenden Weltcup-Stationen im Januar seien nur Althaus, Vogt und Würth gesetzt.

Alle Springerinnen freuen sich riesig auf die Weltcup-Premiere im Teamspringen. Das gibt es für sie zwar bei Juniorenweltmeisterschaften bereits seit 2012, nicht aber bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen oder eben bisher im Weltcup. Auch Andreas Bauer empfindet nach langem Kampf Genugtuung über die "zusätzliche Wettkampfform", mit der das Frauenskispringen weiter aufgewertet wird und an Bedeutung auch in der öffentlichen Wahrnehmung gewinnt. "Es war bei Weltmeisterschaften immer frustrierend, dass wir nur einen Wettkampf hatten", erinnert er sich.

Diese Hürde auf dem Weg zur sportlichen Gleichberechtigung ist jetzt überwunden. "Es wurde Zeit, dass wir, wie die Männer auch, mal im Team im Weltcup springen dürfen", sagte Katharina Althaus im Vorfeld. Der 21-Jährigen ist das Jubeln in Gemeinschaft vertraut: Sie gewann bei drei Junioren-Weltmeisterschaften Team-Silber und -Bronze mit ihren Kolleginnen sowie Bronze im Mixed-Team und bei den "Großen" wurde sie 2015 zusammen mit Carina Vogt, Richard Freitag und Severin Freund Weltmeisterin im Mixed-Team.

Die Schwäbin Carina Vogt (25), als Olympiasiegerin und viermalige Weltmeisterin – zweimal im Mixed-Team – erfolgreichste Skispringerin bei Großereignissen, freut sich, dass gerade Hinterzarten auserkoren wurde: "Diese Premiere dann auch noch vor Heimpublikum zu feiern, ist etwas ganz Besonderes." Und Svenja Würth (24), wie Vogt amtierende Mixed-Weltmeisterin, ergänzt, "da wir in der Breite super aufgestellt sind, bin ich optimistisch, dass das ein Erfolg wird". "Natürlich gehören wir mit zu den Favoritinnen", bestätigt Bauer und nennt die Vierer-Teams aus Japan, Slowenien und Russland als stärkste Konkurrenz. "Aufs Podest würden wir schon gerne springen", sagt er mit Blick auf den Einzelwettbewerb am Sonntag.

In der Vergangenheit waren deutsche Erfolge bei den Weltcupspringen in Hinterzarten rar. Unter die ersten Drei schaffte es nur Carina Vogt als Dritte im Dezember 2013. Von den bisher sechs Einzelspringen seit Januar 2012 gewann Japans einstige "Überfliegerin" Sara Takanashi die jüngsten drei. Aktuell ist die viermalige Gesamtweltcup-Gewinnerin Dritte.

Für Hinterzarten haben 70 Springerinnen aus 15 Nationen gemeldet.

Der Zeitplan: Freitag: 18 Uhr Qualifikation. Samstag: 11.30 Uhr Probedurchgang, 12.30 Uhr Teamspringen. Sonntag: 14.30 Uhr Probedurchgang, 15.30 Uhr Einzelspringen.