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07. Februar 2012

Smarte Maskottchen, horrende Preise, Feuer im All

Russland will die olympische Fackel bis in den Weltraum tragen / Der Deutsche Ski-Verband klagt über die Kosten.

  1. Der Schneeleopard war einst im Kaukasus heimisch und ist eines der drei Maskottchen. Foto: DPA/AFP

Russland ist die erfolgreichste Nation in der Geschichte des Wintersports. Das Land ist stolz auf seine Sieger und will seine sportliche Größe, aber auch seine politische Macht und seine wirtschaftlichen Erfolge in zwei Jahren in Sotschi gebührend zur Schau stellen. Schon der olympische Fackellauf soll zu diesem Zweck revolutioniert werden. Russland will das Feuer nicht nur zum Nordpol und auf den Gipfel des 5642 Meter hohen Elbrus tragen, sondern auch in den Weltraum befördern. Organisationschef Dimitri Tschernyschenko spricht vom "ehrgeizigsten Staffellauf" der Geschichte. Wie das Feuer ins All gelangen und von dort wieder zurückkehren soll, ist ein Geheimnis. Die Organisatoren der XXII. Winterspiele wollen dabei aber mit der Internationalen Weltraumstation ISS zusammenarbeiten.

Der Fackellauf soll am 7. Oktober 2013 beginnen und sich über 40 000 Kilometer erstrecken. 30 000 Freiwillige werden dabei zum Einsatz kommen. Schon diese Ausmaße stehen in bemerkenswertem Kontrast zu den smarten Maskottchen, mit denen Russlands Olympier um Sympathie für die mit mindestens 24 Milliarden Euro teuersten Winterspiele der Geschichte werben. Allen voran der Schneeleopard – offenbar auf persönlichen Wunsch von Premier Wladimir Putin ausgewählt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wirbt gern mit Symbolen, die den Gigantismus Winter-Olympias maskieren sollen. Gestartet als bescheidenes Nebenprodukt, entwickelten sich die alle vier Jahre stattfindenden Wettkämpfe im Winter längst vom kleinen zum großen Bruder der Sommerspiele. 2,79 Milliarden Euro verdient das IOC mit den Fernsehrechten an den Spielen 2014 und 2016. 40 Prozent des Gesamtumsatzes macht der Weltverband mittlerweile mit der Show auf Eis und Schnee.

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Die Schwarzmeermetropole Sotschi verdient kräftig mit. Weil der Deutsche Ski-Verband (DSV) viele Betreuer seiner Athleten nicht im Olympischen Dorf unterbringen kann, muss er für rund 80 Personen externe Quartiere besorgen. DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller rechnet damit, dass das über eine halbe Million Euro kostet. 2006 in Turin war der DSV mit etwas mehr als 100 000 Euro Miete hingekommen. Pfüller verglich den Preis für eine Nacht im Hotel 14 Tage vor Beginn der Spiele mit dem Preis während der Wettkämpfe: Vom 7. bis 23. Februar kostet jedes Bett bis zu 1500 Prozent mehr.

Während der Spiele kostet eine Nacht im Hotel bis zu 1500 Prozent mehr

Die Sportnation Russland klotzt aber nicht nur bei den Winterspielen. Ebenfalls 2014 soll in Sotschi für 142 Millionen Euro eine Formel-1-Strecke fertiggestellt sein. Auch das sind aber sportliche Peanuts im Vergleich zur Fußball-WM, dem neben Sommer-Olympia größten Ereignis des Weltsports. Austragungsland 2018: Russland.

Autor: Andreas Strepenick