Die schaffen das, die Schwarzwälder

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Do, 01. Februar 2018

Snowboard

Schnee satt auf dem Feldberg: Der Weltcup der Snowboardcrosser kann an diesem Wochenende gestartet werden.

FELDBERG. Unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Südkorea tritt die Weltelite der Snowboardcrosser noch einmal am Feldberg an. Am Samstag und am Sonntag gibt’s einen Doppel-Weltcup.

Die schaffen das, die Schwarzwälder: Es gelingt ihnen, auch die vierte von fünf Weltcup-Veranstaltungen in diesem Winter über die Bühne zu bringen. Im Dezember gingen die Skispringer in Titisee-Neustadt und die Skispringerinnen in Hinterzarten vom Bakken, im Januar trugen Menschen mit Behinderung aus 31 Nationen ihren Para-Weltcup am Notschrei aus. Und jetzt, am ersten Februar-Wochenende, gibt’s Weltcup Nummer vier am Feldberg. Berge von Schnee erwarten die Besucher am Höchsten, man reibt sich die Augen. Während unten im Tal in der Rheinebene schon zart der Frühling anklopft und die Temperaturen am Tag zweistellige Werte erreichen, sind am Feldberg die Schneehügel schon links und rechts der Straßen so mächtig, dass der Flachländer ins Staunen gerät. Der Feldberg ist einmal mehr eine weiße Insel im Schwarzwaldgrün und nun wieder Heimat der weltbesten Snowboardcrosser.

Zum dritten Mal in Serie. "Wir haben mehr Schnee hier oben als in den vergangenen beiden Jahren", hatte Stefan Wirbser, der Präsident des Skiverbands Schwarzwalds, schon vor einer guten Woche gesagt, als Alberto Schiavon, der Schneekontrolleur des Skiweltverbands (FIS) aus Madonna di Campiglio, Grünes Licht für die Wettkämpfe gab. Unmittelbar vor dem Besuch des Italieners hatte Frau Holle noch einmal ein paar richtig große Kissen ausgeschüttelt. Der Schnee ist nun allerdings nass. Es war überaus schwierig, die Steilkurven für die Wettkampfstrecke zu bauen. Sturm Burglind hatte darüber hinaus einen Großteil der weißen Pracht in Richtung Waldrand geblasen. Der Schnee musste dann erst wieder zur Piste zurückgebracht werden.

Die Streckenbauer modellierten diesmal eine rund 770 Meter lange Strecke, auf der jeweils vier Boarder in ihren sogenannten Heats, kurzen Rennen, knapp 100 Meter Höhenunterschied überwinden müssen. Nach dem spektakulären Freefall-Start gilt es vier Steilwandkurven zu meistern und zum Schluss wieder einen Zielsprung. In der zweiten Traverse wurde unter den sogenannten Rollern ein Tunnel gebaut. Skifahrer, die am Wochenende am Seebuck unterwegs sind, können ihn durchqueren und das sportliche Geschehen auf diese Weise besonders hautnah verfolgen. Sie brauchen dann auch keinen Eintritt zu zahlen.

40 Frauen und Männer bauten die Strecke im Tag- und Nachteinsatz, insgesamt werden an diesem Wochenende rund 200 freiwillige Helferinnen und Helfer wie schon 2016 und 2017 ihr Bestes geben. Hanns-Michael Hölz, Präsident des Verbands Snowboard Germany, dankte zuallererst den vielen Freiwilligen, die jetzt wieder am Seebuck im Einsatz sind. "Alle stehen hier zusammen, um dem Snowboardsport diese Ehre zu erweisen." Hölz glaubt auch an die Zukunft des Skisports im Schwarzwald: Der Feldberg solle auf lange Sicht zu einem Leistungszentrum für den Wintersport ausgebaut werden. Es sei dabei wichtig, dass nicht nur die traditionellen, sondern auch die Trendsportarten gefördert werden.

Vier deutsche Top-Athleten starten am Feldberg, darunter die beiden südbadischen Olympia-Starter Paul Berg vom SC Konstanz (siehe unten auf dieser Seite) und Jana Fischer vom SC Löffingen. Auch Konstantin Schad vom SC Miesbach und Martin Nörl (DJK-SV Adlkofen) freuen sich auf ihren Heimweltcup. Der Zeitplan ist nun eng getaktet. Schon nächste Woche Mittwoch fliegt das deutsche Team nach Südkorea. "Die Rennen hier sind allerdings weit mehr als nur ein Vorbereitungsrennen für Olympia, sondern ein echter Weltcup, bei dem es natürlich auch um Punkte und Platzierungen für die gesamte Saison geht," sagte Hölz.

"Der Weltcup ist für unsere Region sehr wichtig", erklärte Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. "40 Prozent aller Übernachtungen bei uns finden im Winter statt, die Bedeutung des Wintersports für den Tourismus ist deutlich gewachsen."

Die fünfte und letzte Weltcup-Veranstaltung in diesem Winter könnte dann Ende März wieder in Schonach ausgetragen werden. Die Nordischen Kombinierer wollen dort einmal mehr ihr Weltcup-Finale bestreiten.

Der Snowboard-Cross-Weltcup am Feldberg beginnt an diesem Freitag mit der Qualifikation der Männer (10.30 Uhr) und Frauen (13.15 Uhr). Am Samstag, 3. Februar, werden die Rennen um 12 Uhr gestartet. Die Qualifikation für den zweiten Wettbewerb beginnt am Sonntag, 4. Februar, um 9 Uhr. Die Finals sollen um 12 Uhr gestartet werden (die Uhrzeiten können wetterbedingt abweichen). Das ZDF überträgt die Highlights.

Alle Informationen und Zeiten auf http://www.hochschwarzwald.de

Der Weltcup am Feldberg beginnt eine Woche vor den Winterspielen in Südkorea mit der Qualifikation der Männer und Frauen am Freitag, 2. Februar (10.30 und 13.15 Uhr). Am Samstag und am Sonntag werden die Weltcuprennen jeweils um 12 Uhr gestartet.

Alle Informationen auf http://www.hochschwarzwald.de