der deutsche Olympiastart

STANDPUNKT: Gleich zwei "Brustlöser", die Selbstvertrauen geben sollten

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 11. Februar 2018

Wintersport

Ein wenig darf das deutsche Olympiateam nach dem ersten Tag der Spiele von Pyeongchang schon aufatmen. Mit Laura Dahlmeier gelang schon am frühen Nachmittag das erste Olympia-Gold, es ist nach den im Biathlon vor allem bei den Frauen missratenen Spielen von Sotschi das erste Biathlon-Gold seit Vancouver 2010. Und das zweite Frauen-Gold im Sprint überhaupt nach Kati Wilhelm 2002 in Salt Lake City. Nicht immer präsentierte sich Laura Dahlmeier in den zurückliegenden Jahren in vergleichbarer Form. Aber gestern war sie zur rechten Zeit wieder die Dahlmeier der Weltmeisterschaften von Hochfilzen 2017. Hochkonzentriert am Schießstand, läuferisch sowieso eine der stärksten. Und als solche kann sie für das in Sotschi vor vier Jahren mit nur 19 Medaillen dekorierte deutsche Wintersportteam noch Gold wert sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Fünf Gold- und eine Silbermedaille waren es damals in Hochfilzen – eine schier unglaubliche Zahl in der Sportart, in der mit der steigenden Beliebtheit auch die Qualitätsdichte stark gestiegen ist. Zu verschmerzen dürfte für viele der neunte Rang von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein sein. Zumal die 3 000 Meter ihre Nebenstrecke sind. Und zumal bei den Auftritten der umstrittenen 40-Jährigen mit der so beachtlichen Karriere (fünf Olympiasiege und die Teilnahme an sieben Olympischen Spielen) auch der Gedanke daran, welch große Rolle Doping im Wintersport spielt, in Erinnerung gerufen wird – wie auch immer der "Fall Pechstein" bewertet wird.

Und den gelungenen Start für das deutsche Team machte Andreas Wellinger im Skispringen endgültig perfekt. Wieder einmal hatte das Springen aufgrund der Windverhältnisse über weite Strecken etwas von einer Lotterie und das deutsche Team muss insbesondere auch den missratenen zweiten Sprung von Richard Freitag verschmerzen. Der zweite Sprung von Wellinger, der mit 113,5 Metern aber zugleich den Schanzenrekord bedeutete, war aber dafür großer Sport. Gleich zwei "Brustlöser" am ersten Wettkampftag – das sollte dem deutschen Team eigentlich Selbstvertrauen geben und die durch die durchwachsenen Spiele von Sotschi erzeugte Last leichter machen.