Tour de Ski = Generalprobe für Olympia

dpa

Von dpa

Sa, 30. Dezember 2017

Skilanglauf

Die zwölfte Auflage der Skilanglauf-Serie startet an diesem Samstag / Die deutschen Starter stehen unter dem Qualifikationsdruck für die Winterspiele in Südkorea.

LENZERHEIDE (dpa/gg). Bei der Tour de Ski wird von diesem Samstag an wieder der kompletteste Skilangläufer gesucht. Die zwölfte Auflage könnte zudem einen Fingerzeig darauf geben, wer bei den Olympischen Winterspielen im Februar in Pyeongchang nach den Medaillen greift. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Tour-Start.

Wird es eine Tour mit
deutschen Erfolgen geben?

Das ist eher unwahrscheinlich. Zu groß waren die Rückstände der Läuferinnen und Läufer des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) im ersten Saisonviertel. Aber: Es gab vor Weihnachten einen Formanstieg und einen Leistungsschub zu verzeichnen. Und es gibt in den Schwarzwäldern Stefanie Böhler (SC Ibach) und Andreas Katz (SV Baiersbronn) sowie in Lucas Bögl (Holzkirchen) und Jonas Dobler (Traunstein) auch Tour-Spezialisten, die sich von Tag zu Tag steigern können. Das wäre dieses Mal bitter nötig, denn keiner von ihnen hat bislang auch nur annähernd die Olympia-Norm geknackt. Um bei den Spielen vom 9. bis 25. Fabruar in Südkorea dabei sein zu können, sind mindestens zwei Top-15-Platzierungen oder ein Top-Acht-Wert nötig. Bislang haben nur die Schwarzwälderin Sandra Ringwald (Skiteam Schonach-Rohrhardsberg) und Nicole Fessel (Oberstdorf) ihr Olympia-Ticket sicher.

Wer sind dieses Mal die Favoriten?
Da der neue norwegische Star Johannes Kläbo nach seinen bislang sieben Saisonsiegen die Tour auslässt, könnte Vorjahressieger Sergej Ustjugow wieder der Tour-Dominator werden. Der Russe hatte in der vergangenen Saison fünf der sieben Etappen gewonnen und damit einen Rekord aufgestellt. Bei den Frauen ist eine Antwort auf die Frage nach Favoritinnen schwieriger, denn angesichts der Olympia-Vorbereitung ist offen, wer von den Stars bis zum Finale am 7. Januar im Wettbewerb bleiben wird. Grundsätzlich sind die Norwegerinnen um Vorjahressiegerin Heidi Weng und Ingvild Flugstad Östberg oder eine Läuferin aus dem starken finnischen Team für den Gesamtsieg gut. Als Geheimfavoritin wird die Österreicherin Theresa Stadlober gehandelt.
Was ist neu bei der zwölften
Tour-de-Ski-Auflage?
Erstmals seit Jahren stehen nur drei Etappenorte im Programm. In Lenzerheide finden drei Tagesabschnitte statt, in Oberstdorf zwei und in Val di Fiemme ebenfalls zwei. Toblach, das in den vergangenen Jahren immer Tour-Station war, richtete seinen Weltcup diesmal am dritten Adventswochenende aus. In der kommenden Saison soll Toblach dann Startort der Tour de Ski sein. Sehr ausgeglichen ist in diesem Jahr der Einsatz der beiden Stilarten: Vier Etappen werden geskatet, drei im klassischen Stil gelaufen. Ein Skiathlon wie im vergangenen Winter in Oberstdorf fehlt diesmal im Programm.

Wer sind die Dauerbrenner der Tour?
Im gesamten Teilnehmerfeld gibt es nur noch eine Athletin, die bei allen zwölf Tour-Auflagen am Start gestanden hat: Steffi Böhler aus Ibach (siehe BZ vom 29. Dezember). Die mittlerweile 36-Jährige beendete aber nicht alle Touren. Von den bislang absolvierten 82 Etappen lief sie bei 70 ins Ziel.

Was gibt es zu gewinnen?
Der Internationale Ski-Verband schüttet für die Gesamtsieger 55 000 Schweizer Franken aus, das sind 47 245 Euro. Dazu bekommen die Gewinner je 400 Weltcup-Punkte, was die "halbe Miete" auf dem Weg zum Gesamterfolg ist. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 560 000 Schweizer Franken (481 000 Euro) vergeben.

Welche früheren Tour-de-Ski-Sieger
sind am Start?

Bei den Frauen ist Vorjahressiegerin Heidi Weng aus Norwegen die einzige bisherige Tour-Siegerin, die auch die zwölfte Auflage in Angriff nimmt. Bei den Männern gibt es drei frühere Gewinner: Vorjahressieger Sergej Ustjugow (Russland), Martin Johnsrud Sundby (Norwegen/2014 und 2016) und Dario Cologna (Schweiz/2009, 2011, 2012).