Überbordende Zufriedenheit

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mo, 05. Februar 2018

Snowboard

Paul Bergs dritter Platz krönt zwei famose Tage beim dritten Snowboard-Weltcup am Seebuck.

SNOWBOARDCROSS (jb). Paul Berg aus Konstanz, nach seinem dritten Platz vom Sonntag beim Snowboardcross-Weltcup auf dem Feldberg jetzt einer der Hoffnungsträger bei Olympia, verbeugte sich vor einem rührigen, 200 Köpfe zählenden Helferteam. Und vor den Kursbauern, die binnen einer Woche mit Pistenraupen, Schneefräsen und in schierer Handarbeit zigtausend Kubikmeter Schnee aus den Waldrändern zusammengeklaubt hatten, die die Orkane Burglind und Friderike an unwegsame Stellen verfachtet hatten. Einen schnellen, knackigen Kurs mit atemberaubenden Kurven, Rollern und Banks fanden die weltbesten Snowboardcrosser beim nun schon dritten Weltcup auf dem Feldberg vor. Dazu gab es Schwarzwaldwinter – und, zum Glück, wenig "Feldbergwetter".

Am Samstag löste strahlender Sonnenschein die gefürchteten Nebelfelder auf, die den Seebuck bei den ersten beiden Weltcups wiederholt unter einer blickdichten Kapuze versteckt hatten. Am Sonntag kam das Grau erst bei den Finalläufen. Das tat der Laune der Boarder, der begeisterten Zuschauer auf der Tribüne im Zielbereich und tausender Kiebitze an der Strecke keinen Abbruch. Paul Berg, am Samstag "nur" auf Rang 17 gewertet, weil er die falsche Linie gewählt hatte und damit nicht über das Achtelfinale hinauskam, krönte den Tag mit famosen Läufen, raste auf Rang drei und sorgte damit für überbordende Zufriedenheit. Bei sich, "weil es einfach cool war, hier vor Olympia noch ein paar tolle Heats zu fahren" – und bei den Organisatoren. Der dritte Snowboardcross-Weltcup am Seebuck war der bisher beste. Weil das Wetter mitspielte, die Boardercrosser in olympischer Hochform großen Sport boten und die Helfer professionelles Können mit Schwarzwälder Herzlichkeit kombinierten. Besser geht’s wohl nicht.

Das sieht auch Jana Fischer (18) so, die bei ihrem Heimspiel so gerne ins Halbfinale vorgestoßen wäre und zweimal in der Qualifikation scheiterte: "Jetzt muss ich es halt bei Olympia besser machen."