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08. Februar 2012

Vier Schwarzwälder bei JWM

Die Biathleten Annika Knoll, Helena Gnädinger, Tobias Hermann und Roman Rees sind nominiert.

BIATHLON. Wenn in zwölf Tagen in Kontiolahti im Osten Finnlands die Biathlon-Weltmeisterschaft der Junioren und Jugend (JWM) beginnt, werden auch vier Skijäger aus dem Schwarzwald den Kampf um die Medaillen aufnehmen. Annika Knoll wird bei der Jugend starten, Helena Gnädinger, Tobias Hermann und Roman Rees vertreten den Deutschen Skiverband (DSV) in der Juniorenklasse. Für Hermann ist es die zweite JWM-Teilnahme, Roman Rees war im vergangenen Winter Medaillengewinner beim europäischen Jugendfestival (EYOF).

"Wenn alles passt, haben Tobias Hermann, Roman Rees und Helena Gnädinger Medaillenchancen", sagt Landestrainer Dirk Scheja mit Blick auf die WM-Rennen. Bei der Jugend fehlen internationale Vergleiche. Es ist das erste Mal, dass der DSV Nachwuchsathleten für eine Jugend-WM im Ausland nominiert hat. Die Aussichten von Annika Knoll sind deshalb schwierig einzuschätzen.

Für die JWM-Nominierung wurden auch die jüngsten Deutschlandpokal-Ergebnisse in Clausthal-Zellerfeld (Harz) herangezogen. Hermann belegte dort in der Juniorenklasse die Ränge zwei (Sprint) und vier (Einzel). Er habe die beiden Rennen "kontrolliert" bestritten, sagt Landestrainer Scheja. Nach drei Siegen und der Führung in der Deutschlandpokal-Wertung war seine Nominierung nur noch Formsache. Alexander Kiefer (SC Schönau-Belchen) wurde bei den Rennen im Harz Vierter (Sprint) und Sechster (Einzel). Er hat die JWM-Qualifikation knapp verpasst.

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Für Helena Gnädinger (SC Todtnau) lief es beim jüngsten Deutschlandpokal nicht optimal. Im Sprint und Einzelrennen kam sie jeweils auf den vierten Platz. "Läuferisch macht sie gerade ein Tief durch, nachdem sie zu Beginn der Saison in Topform war", sagt Scheja. Den Sprint gewann Nicole Ebner von der SZ Brend, im Einzelrennen wurde sie Siebte.

Roman Rees (SV Schauinsland) unterstrich bei der JWM-Generalprobe in Clausthal-Zellerfeld seine Klasse. Den Sprint der J 18/19 gewann er dank seiner Laufstärke, im Einzelrennen leistete er sich am Schießstand zu viele Fehler (4) und wurde Fünfter. "Manchmal geht er die Rennen etwas zu locker an", klagt Scheja. Rees hat im vergangenen Winter aber bewiesen, dass er mit dem nötigen Ernst bei der Sache ist, wenn es drauf ankommt: Beim europäischen Jugendfestival in Liberec sicherte er sich in den Einzelwettbewerben Silber und Bronze. Lukas Rombach (SC Wehr) kam in der J 18/19 beim Deutschlandpokal auf die Ränge fünf (Sprint) und sechs (Einzel).

Die Plätze fünf im Sprint und sechs im Einzelrennen sprangen für Annika Knoll vom SV Friedenweiler-Rudenberg im Harz heraus. "Sie hat ihre Bestform noch nicht erreicht", sagt Scheja, "meistens wird sie im Verlauf der Saison immer stärker". Die JWM könnte für die deutsche Jugendmeisterin der vergangenen Saison zum richtigen Zeitpunkt kommen.

"Richtig top" findet Scheja die jüngsten Deutschlandpokal-Leistungen von Alina Waldvogel (WSG Feldberg). Den Sprint der Klasse J 17 gewann die Schülerin mit einer makellosen Schießleistung, im Einzelrennen wurde sie mit drei Schießfehlern Zweite. Im Stehendanschlag hatte sie zuletzt oft Probleme. "Da ist sie jetzt wieder stabiler", sagt Scheja. Die Formkurve von Moira Raufer (SC Bubenbach/J 17) zeigt ebenfalls nach oben. Sie wurde im Sprint Vierte und im Einzelwettkampf Fünfte. Jennifer Wehrle (SC Gütenbach) kam im Einzelrennen auf Rang sieben, im Sprint kam sie nicht zurecht und wurde 14. Ihr Talent unterstrichen in der J 16 auch Christin Maier (SC Urach) und Janina Hettich (SC Schönwald). Maier gewann das Einzelrennen trotz zweier Schießfehler, Janina Hettich wurde Dritte. Den selben Rang erkämpfte sich Hettich (ein Fehler) im Sprint, während Maier mit drei Schießfehlern Fünfte wurde.

Die Klasse J 17 der Jungen gleicht aufgrund der enormen Leistungsdichte einer Wundertüte. So ist es zu erklären, dass Nico Ketterer an einem Tag ganz vorne sein kann und anderntags nur 15. wird. Der Nachwuchsbiathlet des SC Schönwald gewann im Harz mit einem Schießfehler das Einzelrennen, im Sprint leistete er sich allein beim Stehendschießen vier Fehler und fiel weit zurück.

Autor: Jürgen Ruoff