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08. Februar 2012
Werbung für den Sport – und für Unterhosen
Bruno Banani startet für Tonga bei der Rodel-WM.
ALTENBERG (dpa/sid/lo). Er ist der Exot der Rodel-WM (10. bis 12. Februar) – und kann obendrein etwas vorweisen, was bislang nicht vielen Rodlern gelungen ist: eine Medaille bei kontinentalen Meisterschaften. Vor knapp zwei Monaten holte Bruno Banani aus dem Südseestaat Tonga bei den Titelkämpfen für Amerika und den Pazifik-Raum sensationell Bronze. Davon kann der Südsee-Rodler in Altenberg nur träumen. Nach Platz 36 bei der WM 2011 geht es für ihn vor allem um seinen zweiten WM-Start. Vorher sorgt vor allem sein Name für Wirbel. Nach Informationen des Spiegel ist es nämlich kein Zufall, dass Banani heißt wie die Chemnitzer Unterwäschefirma, die auf seinem Helm und seinem Rennzug wirbt.
Dem Bericht nach heißt Banani eigentlich Fuahea Semi. Dies hatten zuvor auch schon Medien aus der Südsee behauptet. Nach Spiegel-Recherchen hat die kalifornische Marketingfirma Makai dem Staat Tonga den Tipp gegeben, wie sie ihren neuen Rodelstar, der für seine neue Aufgabe eigens gecastet wurde, besser vermarkten könne. Die Wäschefirma habe davon nichts gewusst, erklärt Mathias Ihle, Europa-Chef von Makai, dem Magazin. Ein halbes Jahr habe man demnach mit den Behörden in Tonga verhandelt, dann habe Semi einen neuen Pass und sogar eine neue Geburtsurkunde erhalten. Das Unterwäsche-Label habe von der Namensgleichheit erfahren und sich entschieden, den 24-Jährigen zu sponsern. Mittlerweile lebt und trainiert Banani in Deutschland. Und da dem Rodelweltverband (FIL) ein offizieller Pass vorgelegt wurde, steht auch einem Start bei der WM nichts mehr im Wege.
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Seine Rodelkarriere hat Banani der Prinzessin des Königreiches Tonga zu verdanken. Pilolevu Tuita war oft im Skiurlaub in St. Moritz und pflegte eine Bekanntschaft mit Monacos Fürst Albert, der als Bobpilot selbst fünf Mal bei Olympia startete. Da kam ihr die Idee, einen Rodelverband zu gründen. Zum Casting bei Hofe wurden 2008 die sportlichsten der 100 000 Inselbewohner eingeladen. Informatikstudent Banani machte das Rennen.
Autor: sid
