Wieder ganz die Alte

dpa

Von dpa

Fr, 15. Dezember 2017

Biathlon

Biathletin Laura Dahlmeier wird Zweite in Le-Grand-Bornand und schafft die Olympianorm.

LE GRAND-BORNAND (dpa). Biathlon-Königin Laura Dahlmeier hat es geschafft: Erstmals in dieser Saison lief sie als Sprint-Zweite von Le Grand-Bornand auf das Podest. Die Olympianorm schaffte sie als Zweite damit locker. Denise Herrmann verpasst ihr drittes Podium als Fünfte nur knapp.

Laura Dahlmeier ist wieder da, wo sie am liebsten ist: auf dem Podium. Zwar noch nicht ganz oben, aber beim letzten Biathlon-Weltcup des Jahres in Le Grand-Bornand lieferte die 24-Jährige erstmals im Olympia-Winter als Sprintzweite ein Topergebnis und den ersehnten Befreiungsschlag ab. "Ich bin sehr, sehr happy und freue mich wahnsinnig", sagte die siebenmalige Weltmeisterin aus Garmisch-Partenkirchen, die nach ihrem zähen Saisonstart langsam in Fahrt kommt. Wenig später nahm sie lachend bei der Siegerehrung die Blumen und Medaille für ihren ersten Podestplatz der Saison entgegen.

Fehlerfrei musste sie sich am Donnerstag nur der diesmal überragenden zweimaligen Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina geschlagen geben. Doch die Slowakin kann sich gewiss sein: Die Dominatorin der Vorsaison wird in der Verfolgung am Samstag alles dransetzen, ihren 18. Weltcuperfolg zu holen. "Es hat ein bisschen gedauert, dass ich in Form gekommen bin. Und ich bin auch noch nicht bei 100 Prozent", meinte Dahlmeier im ZDF. Liefen zuletzt in Hochfilzen nach den enttäuschenden Ergebnissen noch die Tränen, strahlte sie diesmal. Schließlich schaffte die 24-Jährige zugleich auch die Olympianorm.

Tolle Mannschaftsleistung in Hoch-Savoyen

Das tolle Mannschaftsergebnis im Département Haute-Savoie in den französischen Alpen rundeten Denise Herrmann als Fünfte und Maren Hammerschmidt (ein Fehler) als Neunte ab. Die zweimalige Saisonsiegerin Herrmann verfehlte nach einer Strafrunde Platz drei nur um 9,2 Sekunden. Die frühere Langläuferin zeigte, dass ihre Erfolge in Östersund kein Zufall waren. Ihre Rückschläge von Hochfilzen mit neun Fehlern und den Plätzen 25 und 28 steckte sie gut weg.

In Frankreich konnte sie aber ihre Laufstärke nicht ganz so ausspielen. "Ich bin nicht mehr ganz so frisch, und die tiefen Bedingungen liegen mir nicht so. Bei den Schießzeiten habe ich zwar wieder Sekunden um die Ohren gekriegt. Aber ich hoffe, dass ich im Verfolger an die gute Leistung anknüpfe", sagte die 28-Jährige.
Für das Jagdrennen qualifizierten sich auch Vanessa Hinz (ein Fehler) als 18., Franziska Hildebrand (ein Fehler) als 42. und die zuletzt in Hochfilzen erkrankt fehlende Franziska Preuß (zwei Fehler) als 48.

Während sie nicht zufrieden waren, hatte Laura Dahlmeier allen Grund zum Feiern. In der Vorsaison hatte die deutsche Nummer eins mit sieben Weltcuperfolgen, insgesamt 13 Podestplätzen und den sechs-WM-Medaillen für Rekorde gesorgt. Der Anspruch ist nun hoch wie die Erwartungen, die eigenen und die von außen. Da brachten die Plätze zehn und 16 in den Einzelrennen zuletzt in Hochfilzen Dahlmeier zum Weinen. Auch die Überfliegerin musste erkennen, dass sie eine Grippe nicht so leicht wegsteckt. Nun aber ist sie wieder da.

Nach dem zähen Saisonstart musste Dahlmeier mit der hohen Startnummer 86 ins Rennen gehen. Grund: Die 24-Jährige hat nach ihren Ausfällen noch nicht genug Punkte angesammelt, um sich die Startgruppe aussuchen zu können. Doch sie spielte ihre Coolness aus, blieb erstmals in der Saison fehlerfrei und läuferisch lag sie nur 20,5 Sekunden hinter der Schnellsten Kuzmina.

Die Männer um Massenstart-Weltmeister Simon Schempp wollen am Freitag (14.14 Uhr/ZDF und Eurosport) im Sprint nachziehen. Neben Schempp hoffen auch Erik Lesser, Arnd Peiffer, der Breitnauer Benedikt Doll, Johannes Kühn und Philipp Nawrath auf gute Ergebnisse.

Unterdessen ist Biathlet Michael Rösch ist erstmals seit seinem Wechsel von Deutschland nach Belgien auf das Podest gelaufen. Der Altenberger sicherte sich am Donnerstag beim zweitklassigen IBU-Cup im österreichischen Obertilliach im Bezirk Lienz (Tirol) Rang zwei im Einzel – und sorgte damit für das erste Podium eines belgischen Skijägers im Biathlon-Zirkus. Seine besten Ergebnisse waren zuvor zwei sechste Plätze im Weltcup.

Weil es für ihn in Deutschland nicht mehr weiterging, läuft der deutsche Staffel-Olympiasieger von 2006 seit 2014 für Belgien.