"Wir wollen ins Play-off"

Das Gespräch führte

Von Das Gespräch führte

So, 13. Januar 2019

Ringen

Der Sonntag Interview mit Florian Hassler, dem Trainer der Ringer von der RG Hausen-Zell.

Aufsteiger RG Hausen-Zell hat den Klassenerhalt geschafft. Souverän, auch wenn dem Ringer-Bundesligisten am Ende die Puste ausging. Im Interview blickt Coach Florian Hassler auf eine bewegte Saison zurück und spricht über die Ziele im kommenden Jahr.

Der Sonntag: Herr Hassler, endlich Pause. Das Gefühl konnte man am Ende der Runde schon ein wenig bekommen. Trügt der Schein?

Es war schon gut, dass die Pause kam. Am Anfang war die Vorfreude ja riesig. Endlich wieder Bundesliga. Auch wenn vier Monate Saison dann vielleicht von außen betrachtet nicht lang scheinen, ist es doch enorm viel, was da passiert. Von daher waren wir auch froh über die Pause.
Der Sonntag: Wer Sie kennt, weiß, der Hassler, der steht immer unter Strom. Wie weit steht es um die Planungen der kommenden Saison?

Es heißt zu Recht, nach der Saison ist vor der Saison. Das Trainerteam bereitet schon wieder den Jahresplan vor. Die Planungen haben eigentlich schon während der Rückrunde begonnen, drei, vier Kämpfe vor Schluss. Unser Priorität liegt darauf, die eigenen Ringer zu halten. Auch für die zweite Mannschaft, die in die Verbandsliga aufgestiegen ist. Bis dato haben eigentlich auch alle zugesagt. Wir werden aber auch ein paar Abgänge haben. Gergo Wöller zum Beispiel. Und bei László Szabolcs ist vieles noch offen. In Rumänien ist er zum Kommissar berufen worden und ist da jetzt hauptverantwortlich für einen ganzen Bezirk.
Der Sonntag: Kann man schon Neuzugänge verkünden?

Noch keine Namen. Aber wir sind an interessanten Kämpfern dran. Wir haben schon gesehen, dass wir uns breiter und flexibler aufstellen müssen.

Der Sonntag: Trotzdem hat es ja zum souveränen Klassenerhalt gereicht.

Souverän muss man das nicht nennen. Man muss beide Seiten sehen. Hinten raus haben wir gegen starke Mannschaften gerungen, da sind wir etwas abgerutscht. Hatten aber auch Verletzungspech, als beispielsweise Daniel Rares Cinteoan oder Gergö Wöller ausfielen. Aber insgesamt sind wir schon auch ein bisschen enttäuscht. Neben aller Freude über den Klassenerhalt. Der siebte Platz spiegelt nicht ganz unseren Leistungsverlauf.

Der Sonntag: Aber es war doch ein erfolgreiches Jahr.

Der Verein hat einen Schritt gemacht. Wichtig waren auch die Rückmeldungen der Sponsoren, die wir nach dem wahrgenommenen Aufstieg im Januar bekommen haben. Wir haben richtig etwas auf die Platte gestellt. Nach der Vorrunde standen wir auf Platz Fünf.
Der Sonntag: Beim ersten Bundesliga-Gastspiel vor fast zehn Jahren standen Sie als 22-jähriger Jungspund noch selbst auf der Matte. Damals endete der Ausflug nach einem Jahr. Was war dieses Mal anders?

Zwei Dinge waren damals ganz anders. Zum einen die Ligastruktur. Die Liga war viel stärker und kompakter. Zum anderen sind wir nur mit eigenen Ringern hoch. Manuel Wolfer, Sven Kiefer, Simon Wassmer. Und wie sie alle heißen. Dieses Jahr sind wir ja mit eigenen plus erfahrenen Ringern hoch. Auch marketingtechnisch waren wir damals noch nicht so weit. Der Verein steht jetzt ganz anders da als vor neun Jahren.

Der Sonntag: Wer waren die Garanten für den Klassenerhalt?

Es sind ja alle bei uns sehr wichtig. Nur viele Stücke machen einen Kuchen. Aber Leitfiguren waren sicher mein Bruder und Rückkehrer Oliver Hassler und Florian Neumaier. Zudem haben die Routiniers überzeugt: Ivan Guidea und Virgil Munteanu.
Der Sonntag: Darauf kann man aufbauen. Wo soll es hingehen?

Die Ziele sind natürlich, weiter auf dem Erreichten aufzubauen. Erst einmal steht da der Klassenerhalt. Aber wir liebäugeln schon auch mit einer Playoff-Teilnahme.
Der Sonntag: Was fehlt dazu noch?

Wir müssen uns nirgends grundlegend besser aufstellen. Wir sind ein junges Team. Für mich als Trainer war das erste Bundesliga-Jahr eine wichtige Erfahrung. Auch unser sportlicher Leiter Ralf Wagner und Vorstand Marco Wassmer sind jung. Wir lernen dazu. Aber wir wissen jetzt, was auf uns zukommt. Was fehlt uns zu jemanden wie Meister Adelhausen? Da bin ich ehrlich, die Kohle. Dafür aber haben wir das Familiäre. Wir sind klein, loyal. Wir fühlen uns so wohl.
Der Sonntag: Ein letzter Rückblick: Was war das Highlight der Runde?

Das Derby gegen Adelhausen. Das war eine super Werbung für den Ringersport.
Der Sonntag: Im Rückkampf auf dem Dinkelberg konnte ihr Team nicht vollständig antreten, schon nach dem Wiegen stand das 0:40 fest. Danach wurde die RKG stark angefeindet.

Da möchte ich mich noch einmal ausdrücklich für entschuldigen. Wir durften das Hin-Derby voll genießen, konnten aber kein komplettes Team beim Rückkampf aufbieten. Das tut mir leid. Aber wegen Verletzungen und der zweiten Mannschaft ging das nicht. Ich habe leider keinen 3D-Drucker für Ringer.
Das Gespräch führte Jakob Schönhagen