Wird der CAS geschwächt?

dpa

Von dpa

Mo, 03. September 2018

Sportpolitik

Urteil eines Gerichts könnte große Folgen im Sport haben.

BRÜSSEL (dpa). Das Urteil eines Brüsseler Berufungsgerichts könnte weitreichende Folgen für den Sport haben. Demnach entschied vergangene Woche der Appellationshof in Brüssel, dass die gesetzliche Verpflichtung, Streitigkeiten zwischen Spielern, Vereinen und Verbänden vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu regeln, rechtswidrig ist. Hintergrund ist eine Klage des belgischen Fußballklubs FC Seraing gewesen. Ursprünglich ging es um das Verbot der sogenannten Dritteigentümerschaft. Der Fußball-Weltverband (Fifa) hatte dem Klub untersagt, dass externe Investoren Rechte an Spielern erwerben. Der Fall landete vor dem CAS, der im Sinne der Fifa entschied. Daraufhin stellte Seraing die Unabhängigkeit des CAS in Frage, da dieser durch die internationalen Verbänden finanziert wird.

Nachdem sich nun das Berufungsgericht als zuständig erklärt hat, soll der ursprüngliche Streitfall um die Dritteigentümerschaft am 4. Oktober weiterverhandelt werden. Die Entscheidung in Brüssel könnte auch Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein in ihrem Fall vor dem Bundesverfassungsgericht zugute kommen. Der Vorwurf der 46 Jahre alten Berlinerin lautet, dass es sich beim Internationalen Sportgerichtshof nicht um ein unabhängiges Schiedsgericht handele.