Athleten wollen Geld vom IOC

dpa

Von dpa

Do, 24. Mai 2018

Olympische Spiele

Ein Vorstoß der deutschen Sportler.

BERLIN (dpa). Deutsche Olympia-Athleten haben ein Viertel der Vermarktungserlöse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Sportler gefordert. In einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief an IOC-Präsident Thomas Bach setzt sich die deutsche Athletenkommission für die Ausschüttung von 25 Prozent des Gesamtgewinns aus den Vermarktungs- und Übertragungserlösen des IOC ein. Das wären bei einem Gesamterlös von umgerechnet rund 4,8 Milliarden Euro für den olympischen Zyklus der Jahre 2013 bis 2016 etwa 1,2 Milliarden Euro.

"Es muss gewährleistet werden, dass die Mittel den Athletinnen und Athleten direkt zufließen", heißt es in dem Brief des Vereins Athleten Deutschland mit dem Fechter Maximilian Hartung an der Spitze. Zudem verlangen die deutschen Sportler, dass zehn Prozent der Vermarktungserlöse in den Anti-Doping-Kampf fließen.

Hintergrund ist ein Streit um die Regel 40 der Olympischen Charta, mit der sich das Bundeskartellamt seit 2017 beschäftigt. Innerhalb des Verfahrens waren die Athleten zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Die Regel verbietet den Athleten im zeitlichen Umfeld von Olympischen Spielen ("frozen period") umfangreiche Werbemaßnahmen. Nach Ansicht der Sportler ist dieser Zeitraum aus wirtschaftlichen Gründen "für die olympischen Athleten insbesondere deshalb so wichtig, weil sie in der medialen Darstellung ansonsten neben der Fußballberichterstattung eher unterrepräsentiert sind", heißt es in dem Brief.