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04. August 2012

Der Ausnahmeschwimmer verlässt die Sportbühne

US-Schwimmer Michael Phelps ist der erfolgreichste Olympionike der Geschichte, von nun an will er keine Wettkämpfe mehr schwimmen.

  1. Michael Phelps Foto: AFP

LONDON (sid). Nach einem schwachem Start hat US-Schwimmer Michael Phelps auch die Spiele in London zur Phelps-Show gemacht. Mit seinem ersten Einzelgold in London ist ihm der Hattrick gelungen. Es sind wohl die letzten Olympischen Spiele des Ausnahmeathleten. Was bleibt ist eine historische Bilanz. Nie zuvor hat es ein Mann geschafft, dreimal hintereinander Gold auf der selben Strecke zu gewinnen. Ein weiterer Schwimmer seines Formats ist nicht in Sicht.

Als der Schwimmkönig wenige Tage vor seiner Abdankung noch einmal den Thron bestieg, blieb dem designierten Kronprinzen nur die Zuschauerrolle. Michael Phelps lachte, winkte seiner Mutter auf der Tribüne zu und war einfach nur glücklich. Mit seinem Erfolg über 200 Meter Lagen im letzten Gigantenduell gegen Ryan Lochte hatte der 27-Jährige erneut Olympiageschichte geschrieben. Dreimal nacheinander Gold auf derselben Strecke war noch keinem Schwimmer gelungen. "Es ist eine große Erleichterung, das erste Einzelgold gewonnen zu haben. Und es ist etwas Besonderes, dass ich den Hattrick geschafft habe", sagte Phelps. Die Australierin Dawn Fraser (100 Meter Freistil, 1956 bis 1964) und Krisztina Egerszegi (200 Meter Rücken 1988 bis 1996) aus Ungarn hatten das Kunststück ebenfalls vollbracht, Phelps ist der erste Mann. "Ich weiß nicht, ob er es wirklich auf dem Zettel hatte, aber mir war es wichtig, dass Michael als erster drei Siege in Folge holt", sagte Trainer Bob Bowman. Warum? "Weil es einfach cool ist."

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Coolness ist das treffendste Attribut, um Phelps’ Auftreten in London, seinen letzten Olympischen Spielen, zu beschreiben. "Ich möchte sehen, wie viele Schokostückchen ich mir noch auf meine Torte setzen kann", hatte er zu Beginn der Spiele gesagt – und gelacht. So locker, so gelöst wie dieser Tage hat man ihn wohl noch nie erlebt. Rückschläge, wie die niederschmetternde Niederlage zum Auftakt über 400 Meter Lagen steckte er ebenso weg wie die Pleite auf seiner früheren Paradestrecke 200 Meter Schmetterling gegen den südafrikanischen Newcomer Chad de Clos. Am Dienstag war Phelps mit Staffelgold und seiner 19. Medaille bereits zum erfolgreichsten Olympioniken der Geschichte avanciert. Seine endgültige Krönung vollbrachte er am Donnerstag im Duell mit Lochte, als er sich mit dem Hattrick auch den letzten avisierten Rekord sicherte. Am Freitagabend gewann Phelps zudem noch Gold im Finale über 100 Meter Schmetterling. Steffen Deibler wurde Vierter.

Er werde die Rennen vermissen, sagt Phelps – ein Comeback schloss er aber schon vor seinen letzten beiden olympischen Rennen aus. "Es wird nach Samstag keine Wettkämpfe mehr geben." Und dann? "Ryan kann auf jeden Fall schneller schwimmen. Ich denke, das werden wir in der Zukunft sehen", sagt Phelps. Auch le Clos (Südafrika) sei ein Kandidat auf seine Nachfolge. Doch angesichts der Ergebnisse in London ist es unwahrscheinlich, dass es in den kommenden Jahren einen ähnlichen Dominator wie Phelps geben wird. Lochte startete zwar mit einem beeindruckenden Sieg in die Sommerspiele. Doch "rocken", wie er es selbst angekündigt hatte, konnte er die weiteren Wettbewerbe nicht. "Ich wollte Gold bei all meinen Starts, aber das nicht eingetreten", sagte Lochte, "aber ich muss damit leben, daraus lernen und versuchen, die Fehler in den kommenden vier Jahren nicht nochmal zu machen." Stolz war er auf seine fünf Medaillen, darunter zwei goldene, trotzdem.

Als neuer Phelps wurde schon vor den Spielen Teeniestar Missy Franklin bezeichnet. Die 17-Jährige aus den USA, die als erste Schwimmerin bei Olympia an sieben Rennen teilnimmt, gewann bereits zweimal Gold. Gut möglich, dass dem König irgendwann eine Königin folgt.

Die Deutsche Britta Steffen erreichte am Freitagabend das Finale über 50 Meter Freistil am heutigen Samstag.

Autor: sid


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