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19. Juli 2010

Abwechslung in allen Belangen

Der 4. Schauinslandkönig besticht durch Vielfalt und Leistung.

  1. Gute Stimmung am Ziel auf dem Gipfel Foto: Rita Eggstein

RADSPORT. Der Weg entlang der morgendlichen Günterstalstraße Richtung Schauinsland ließ bereits erahnen, dass am gestrigen Sonntag etwas stattfinden würde, dem es sich entgegen zu streben zu lohnen schien. Dutzende Radfahrer in voller Montur radelten locker und gelassen durchs kühle Grün geradewegs Richtung Schauinslandbahn. Eine Aufwärmfahrt für das Sportereignis der Region für Radsportler an diesem Wochenende: den "Schauinslandkönig 2010".

Seit 2007 eine feste Größe in der Riege der regionalen Sportevents. Auch dieses Jahr wurde wieder kurz nach der Abzweigung nach Horben gestartet, wo sich zu den Radfahrern auch mehr und mehr die anderen Protagonisten dieses Jedermannrennens gesellten, das eben nicht nur verschiedene Ansprüche in sich vereint, sondern auch Sportarten. Kurz vor dem Start um 10 Uhr tummelten sich so im Startbereich neben Radlern ebenso Inlineskater, Skirollerfahrer und weitere Akteure, die es auf ihre Weise den Berg hoch schaffen wollten. Die Teilnehmerlisten waren bereits gut gefüllt, die Sonne schien, einem erfolgreichen Tag ganz im Zeichen des Sports stand also nichts mehr im Wege.

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Während Startsprecher Sebastian König den Sponsoren und Mithelfern noch einige Sätze widmete, machten sich die ersten Athleten bereits auf den Weg Richtung Gipfel. 11,5 Kilometer und 770 Höhenmeter galt es hinter sich zu lassen. Gelegen war der Zielbereich direkt an der Bergstation der Schauinslandbahn. Jeder einzelne Teilnehmer und jede einzelne Teilnehmerin würde im Verlauf des Rennen persönlich von einer jubelnden Menge und dem Kommentator im Ziel, Marcus Wild, in Empfang genommen werden.

Großes Lob an Petrus und die Organisatoren

Bei warmen Temperaturen und ausreichend Versorgung herrschte denn auch auf der Zielebene beste Stimmung. So waren sich der Veranstalter des "Schauinslandkönigs", Alexander Lang, und seine Frau, Susanne Will, nach der Hälfte des Tages einig, dass es so weitergehen konnte. Während Letztere unten im Tal für einen reibungslosen Ablauf sorgte und sich selbstredend darüber freute, "wenn alles läuft und es ruhig bleibt", war Alexander Lang oben im Zielbereich unterwegs, um seine zahlreichen Helfer zu koordinieren. So waren die beiden zwar nur rund 800 Höhenmeter voneinander entfernt, würden sich aber dennoch den ganzen Tag nicht sehen. Bis nach 14 Uhr und alle 15 Sekunden wurde ein Starter oder eine Starterin auf den Weg geschickt, so dass bis zum Schluss laut Sifi-Timing genau 911 potenzielle Könige die Etappe bewältigten. Dabei sorgte der Umstand doch für ein wenig Unmut unter den noch nicht gestarteten Teilnehmern, dass die Startreihenfolge irgendwann durcheinandergeraten war. Sebastian König konnte sich nicht wirklich einen Reim daraus machen, wieso die Nummer 800 plötzlich vor der 700 ins Rennen ging, bedauerte aber "diejenigen, die ihr Aufwärmtraining extra so getimt hatten, dass ihre Wartezeit möglichst gering bleiben würde, und nun ihre Muskeln wieder abkühlen spürten." Vielleicht war das aber der einzige Wermutstropfen. Und wer ist nun König geworden? Fest steht, dass allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen ein Lob gebührt. Nicht zu Unrecht wurden daher bei der Siegerehrung Fahrer in einer Vielzahl von Wertungskategorien geehrt. Schnellster überhaupt und damit der offizielle "Schauinslandkönig" 2010 wurde Sascha Ritschard vom Verein "Steiner Bäckerei Wetzkon-Cycling". Er bewältigte die Strecke in 31,36 Minuten. An seiner Seite wurde Annika Grüber als Königin gekürt. Extra aus Münster angereist, schaffte sie es in 37,13 Minuten ins Ziel. Bemerkenswert war aber ebenso die Tatsache, dass sowohl Athleten der Altersgruppe über 65 Jahre als auch solche der Altersgruppe bis 15 Jahre in weniger als 40 Minuten das Ziel erreichten.

Wie schon im vergangenen Jahr war auch wieder die deutsche Hochschulmeisterschaft im Bergzeitfahren mitinbegriffen. Heiner Klemme aus Hannover sicherte sich unter 30 anderen Studenten und Studentinnen in dieser Wertung den Sieg. Bei den Frauen war dies ebenfalls Annika Grüber. Gleichfalls als Bergwertung mit in den "Schauinslandkönig" integriert war der BW-Inline-Cup. Rund 80 Inlineskater nahmen an dieser Wertung teil. Schnellster Inliner wurde Marcel Eschbach (Heilbronn), der es in starken 47 Minuten hoch schaffte. Lokalmatador Jens Kohler fuhr in einer Zeit von 49 Minuten auf Rang drei. Bei den Frauen siegte Carmen Besemer aus Freiburg mit einer Zeit von 1,09 Stunden. Schließlich gebührt noch all denen besondere Anerkennung, die sich mit unüblichem Gefährt hoch wagten. Allen voran den gehandicapten Athleten und den Einradfahrern. Was bleibt, ist ein erleichterter Veranstalter Lang: "Ich bin froh, dass nichts Großes passiert ist und alles so gut geklappt hat. Ich freue mich auf nächstes Jahr!"

Zahlreiche Bilder und ein Video auf http://www.badische-zeitung.de, Ergebnisse und mehr auf schauinslandkoenig.de

Autor: Robert Lojewsky