Alexander Kristoff feiert seinen vierten Sieg am Main

dpa

Von dpa

Mi, 02. Mai 2018

Radsport

Kurz vor dem Ziel in Frankfurt werden die Ausreißer eingeholt.

FRANKFURT (dpa/BZ). Als Alexander Kristoff mit einem unwiderstehlichen Sprint Rekordsieger des Radklassikers "Eschborn – Frankfurt" wurde, waren die deutschen Profis nur chancenlose Statisten. Der Norweger feierte am Dienstag seinen vierten Triumph in Serie und machte damit die Hoffnungen der Gastgeber auf den ersten Erfolg seit 2011 zunichte.

Bester deutscher Fahrer war auf Rang 18 Emanuel Buchmann (Ravensburg), der bis drei Kilometer vor Schluss noch einer vierköpfigen Ausreißergruppe angehörte. "Wir hatten nicht genügend Vorsprung. Zehn Sekunden mehr, dann hätte es vielleicht gereicht", sagte der Gesamt-15. der vorjährigen Tour de France aus dem deutschen Team Bora Hansgrohe. "In der Spitzengruppe ist nicht jeder mit Vollgas gefahren."

Im Sprint hatte Kristoff erneut die schnellsten Beine und verwies nach 212,5 Kilometern den Australier Michael Matthews und Oliver Naesen aus Belgien auf die Plätze. "Ich habe mich gar nicht so gut gefühlt, war ziemlich schlapp. Umso glücklicher bin ich über den Sieg", sagte Kristoff. Nach seinen Erfolgen 2014, 2016 und 2017 – 2015 fiel das Rennen wegen Terrorgefahr aus – ist der 30-Jährige nun Rekordsieger am Main. In Abwesenheit des verletzten Lokalmatadors John Degenkolb sowie Zeitfahr-Spezialist Tony Martin und Sprint-Ass André Greipel gingen nur elf deutsche Radprofis an den Start. Großer Hoffnungsträger war Rick Zabel, doch der Vorjahreszweite war letztlich chancenlos. Auch Topsprinter Marcel Kittel musste seine ohnehin geringen Hoffnungen schon frühzeitig begraben. Bereits 100 Kilometer vor dem Ziel verlor der deutsche Rekord-Etappensieger bei der Tour de France den Anschluss und stieg kurz darauf vom Rad.

Das Rennen stand lange im Zeichen einer siebenköpfigen Ausreißergruppe, die bis zu 4:45 Minuten vor dem Hauptfeld lag. Buchmann brachte mit einer Attacke beim zweiten Anstieg zum Mammolshainer Berg, den die Fahrer insgesamt viermal bewältigen mussten, Bewegung in das Feld. Danach kam ein Trio nach vorne, das sich 55 Kilometer vor Schluss aus der Zehnergruppe löste. 22 Kilometer vor dem Ziel betrug der Vorsprung vor dem Hauptfeld immerhin noch 1:20 Minuten, doch das Polster schmolz zusehends dahin und war kurz vor Schluss aufgebraucht. So waren am Ende die Sprinter am Zug.