Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
08. Juli 2008
Das Gift liegt auf der Straße
Doppelsieg für die Hochrhein-Fahrer Janusch Laule und Timo Albiez beim Radrennen in Ebringen
RAD Dieses Gift wirkt schleichend. Doch bei Janusch Laule hinterließ es keine Spuren. Fast 2000 Höhenmeter hatten die Radrennfahrer am Sonntag beim 43. Rundstreckenrennen in Ebringen bereits in den Knochen, als Laule am letzten Berg die entscheidende Attacke ritt. Der giftige Anstieg in den Weinbergen am Schönberg schien sich für den 26-jährigen Schopfheimer vom Kontinental-Team Stegcomputer regelrecht einzuebnen. "Der hat auf der letzten Runde so ein Ding rausgehauen, da konnte keiner folgen", stellte sein Teamkollege Timo Albiez baff fest.
Laule fuhr damit in Ebringen zu seinem zweiten Saisonsieg – und scheint für die am 20. August beginnende Regio-Tour wieder ins Rollen zu kommen. Bereits am Vortag hatte der aus Laufenburg stammende Laule, der weiter für seinen Stammverein RSV Bad Säckingen fährt, als einziger Stegcomputer-Vertreter die Tour de Jura in der Schweiz beendet. Als 26. war der Diplom-Hydrologe bei diesem Eintagesrennen der zweithöchsten Kategorie (1.2) ins Ziel gekommen. "Ich bin heilfroh, dass es langsam wieder aufwärts geht, aber ich weiß, dass ich noch Reserven habe", sagte Laule.Werbung
In den vergangenen Wochen kämpfte Laule weniger mit der Milchsäure, die die Muskeln jedes Ausdauersportlers bei hoher Belastung ausschütten. Eine hartnäckige Bakterieninfektion legte den Körper wie ein nicht abzutötendes Gift bei jeder Anstrengung lahm. Laule wurde erneut von seiner Vergangenheit eingeholt, denn seit einem Zeckenbiss 2004 kämpft er mit den Ermüdungserscheinungen einer Borreliose. "Es ist schon verdammt hart, dass ich zu diesem wichtigen Saison-Zeitpunkt erneut davon betroffen bin", sagte Laule. Doch die neuen Medikamente, die er seit drei Wochen nimmt, scheinen anzuschlagen. Die Blutwerte normalisieren sich, die Kraft kehrt zurück.
Auch für Timo Albiez nahm das Ebringer Rennen einen guten Verlauf. Nachdem Laule enteilt war, distanzierte der 22-jährige Herrischrieder den einzigen verbliebenen Konkurrenten Frank Scherzinger (Kontinental-Team 3C Gruppe) und fuhr damit einen Doppelsieg für das Team Stegcomputer und den RSV Bad Säckingen heraus.
Nun hofft auch Albiez, bei Stegcomputer für die Regio-Tour berücksichtigt zu werden. Schließlich wäre die dritte Etappe am 22. August von Schopfheim über Todtmoos nach Wehr so etwas wie ein Heimrennen für das Duo. Und so lange das Gift nur in den Steigungen lauert, haben Albiez und Laule überhaupt nichts dagegen.
Autor: Matthias Kaufhold



