"Das war nicht auszuhalten"

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 24. Juli 2018

Mountainbike

Sturzfolgen zwingen Sabine Spitz bei Mountainbike-DM zur Aufgabe / Tim Meier abgeschlagen.

MOUNTAINBIKE. Enttäuschung bei den Mountainbikern vom Hochrhein: Bei der deutschen Meisterschaft in St. Ingbert waren weder Titelverteidigerin Sabine Spitz (Niederhof) noch der Rheinfelder Tim Meier in der Lage, an ihre Vorjahreserfolge anzuknüpfen.

Auch zwei Wochen nach dem Weltcup im Val di Sole, Italien, waren für Sabine Spitz die Folgen ihres Sturzes spürbar. Erst am Freitag hatte sie sich endgültig für einen Start bei der Cross-Country-DM entschieden. Dass es wohl nicht zu ihrem 21. Titel reichen würde, war ihr im Vorfeld klar, dafür hatte die Konkurrenz um Elisabeth Brandau aus Schönaich in den vergangenen Wochen zu starke Leistungen abgeliefert. Nach der ersten Runde lag Spitz (5.) bereits deutlich hinter der Führenden Brandau.

Muss Spitz auf EM-Start verzichten?

Die Hoffnung, dass die Routine der 46-Jährigen das Blatt noch wenden könnte, zerrann spätestens in der zweiten Runde, als sie weiter Boden verlor. Vor allem aber sprach der optische Eindruck dagegen. Die Titelverteidigerin saß ziemlich steif auf dem Bike, die Mimik war des Öfteren schmerzverzerrt. Nach der Hälfte der Distanz hatte Spitz ein Einsehen und gab auf. "Ich konnte nicht am Lenker ziehen und die vielen Schläge auf dieser Strecke haben mir auch nicht gut getan", sagte sie. Genauer gesagt taten sie ihrem Rückenmuskel nicht gut, der sich seit dem Sturz im Val di Sole in Dauer-Spannung befindet. "Unter leichter Belastung geht es besser, aber im Rennen war das nicht auszuhalten. Es ist ständig so ein Reißen am Muskel, das bis in den Ellenbogen ausstrahlt", sagte sie kopfschüttelnd und offensichtlich enttäuscht.

Die Enttäuschung saß tatsächlich tief, zu Bundestrainer Peter Schaupp gewandt meinte Spitz: "So wie sich das verhält, sehe ich auch die EM kritisch." Schaupp entgegnete: "Warten wir erst mal ab, wie sich das entwickelt." Die Europameisterschaft der Elite findet am 7. August in Glasgow, Schottland, statt.

Zur Nachfolgerin von Spitz kürte sich Brandau in 1:25:42 Stunden, vor Adelheid Morath (Freiburg/+0:50 Minuten) und Nadine Rieder (Sonthofen/+3:00).

Wie Spitz war auch Tim Meier nach der DM nicht in bester Laune. Nach einer längeren Trainingspause und nur wenigen Rennen fehlte dem Juniorenvizemeister des Vorjahres die Wettkampfhärte. Nur in der Anfangsphase des U-23-Rennens war Meier in Richtung Top-Zehn unterwegs, dann verlor er mehr und mehr an Boden. Mit 8:01 Minuten Rückstand auf den Sieger Max Brandl (Freiburg/1:12:03 h) überquerte er als 19. die Ziellinie. "Ich konnte einfach nicht dagegenhalten", sagte Meier nach dem Rennen deprimiert. Lukas Kornberger vom VBC Waldshut-Tiengen landete mit Rundenrückstand auf dem 35. Rang.

Keine Chance auf eine vordere Platzierung im U-23-Rennen der Frauen hatte Miriam Oeschger vom RSV Niederhof. Im kleinen Feld der Nachwuchs-Kategorie erreichte sie das Ziel mit 14:50 Minuten Rückstand auf die Siegerin Ronja Eibl aus Grosselfingen (1:12:06 h) als Zehnte und damit letzte der klassierten Fahrerinnen.