Der Favorit setzt sich durch

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Sa, 16. Juni 2018

Mountainbike

Simon Gegenheimer Sprint-Meister / Überraschung bei den Frauen.

KIRCHZARTEN. Bei der deutschen Meisterschaft im Mountainbike-Sprint hat es am Freitagabend in Kirchzarten einen Favoriten- und einen Überraschungssieg gegeben. Lia Schrievers holte Gold bei den Frauen, Simon Gegenheimer bei den Männern.

Der Remchinger Vizeweltmeister in dieser Disziplin beherrschte vor einer stimmungsvollen Zuschauer-Kulisse in der Kirchzartener Ortsmitte auf einem 1,2 Kilometer langen Kurs vom Achtelfinale bis zum Endlauf der besten Vier die Konkurrenz. Er legte jeweils den besten Start hin, und auch im Finale hatte er prompt ein paar Meter Vorsprung, die er dann souverän verteidigte. "Der vierte Titel ist so schön wie der Erste. Es war toll hier vor diesem Publikum. Man spürt halt, dass in Kirchzarten der Mountainbike-Sport lebt." Zweiter wurde mit dem in Breitnau lebenden gebürtigen Reutlinger David Horvath, ein weiterer Favorit, der von einer Knieverletzung gehandicapt, "das Maximale" für sich heraus holte. Der Münstertäler Julian Schelb eroberte, wie schon 2017, die Bronze-Medaille, nachdem er einen schlechten Start erwischt hatte. "Mehr war damit nicht mehr möglich", so Schelb, der den Braunsbacher Niklas Schehl auf Rang vier verwies.

Bei den Frauen überraschte die 20-jährige Lia Schrievers. "Ich habe mit dem Technik-Trainer des Nationalteams Start geübt, das hat sich ausgezahlt", so Schrievers. Sie kam optimal weg und konnte sich gegen den Angriff der bayrischen Sprint-Meisterin Marion Fromberger erfolgreich wehren. "Das ist unfassbar, mein erster deutscher Meistertitel überhaupt. Jetzt muss ich das erst mal sacken lassen", kommentierte Schrievers. Bronze ging an die zweifache Ex-Meisterin Nadine Rieder aus Sonthofen, die sechs Wochen nach ihrem Schlüsselbeinbruch am Ende "sehr glücklich" war. Rang vier belegte Elisabeth Brandau (Schönaich), die im Finale nicht optimal in die Gänge kam.

Die Disziplin Eliminator, wie sie international genannt wird, erlebte 2006 in St. Märgen einen ersten Testlauf und wurde 2012 von der UCI in den Stand einer Weltcup-Disziplin erhoben. Doch der Radsport-Weltverband machte konzeptionelle Fehler, so dass sich ein Spezialistentum entwickelte, das in die Sackgasse führte. Nach nur drei Jahren wurde der Eliminator wieder aus dem Programm genommen, firmiert seit 2017 als extra Weltcup-Serie – mit wenig Aufmerksamkeit. Dabei bietet die Disziplin packenden Sport. Auch Fabian Rießle, Team-Olympiasieger Nordische Kombination und bis zum Jugendalter auch Mountainbiker, fand’s "auf jeden Fall cool". Seine Freundin, die Langläuferin Sandra Ringwald, zitterte mit und um Rießle, als der durch die Gassen jagte.

"Das zieht extrem rein", sagte er schon nach der Qualifikation, blies die Backen auf und deutete auf seine Oberschenkel. Die überstand er immerhin als 22. und qualifizierte sich damit für das Achtelfinale, wo er im Zweikampf lieber vorsichtig war und ausschied. In Kirchzarten will man im Rahmen des Ultra-Bike-Marathons den Freitagabend-Termin auch weiter besetzen und der Sprint ist eine Option. Benny Rudiger, Geschäftsführer beim Ultra Bike, war mit dem Zuschauer-Zuspruch und der Stimmung "mehr als zufrieden", wie er sagte.

Informationen und Zeitplan auf http://www.ultra-bike.de