Die leisen Zweifel einer Könnerin

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 20. Juli 2018

Mountainbike

Adelheid Morath sieht sich vor der DM "weit weg von dem, was ich kann" / Lexware-Fahrer Brandl und Egger mit Medaillenchancen.

MOUNTAINBIKE. Vor der deutschen Meisterschaft am Wochenende in St. Ingbert zeigt sich Adelheid Morath skeptisch und zweifelt an ihrer Konkurrenzfähigkeit. Das Kirchzartener Lexware-Team fährt mit einigen Medaillenkandidaten zur DM. Außenseiterchancen haben die Fahrer des Freiburger Pilsner-Merida-Teams aus Breitnau.

Rang 18 beim Weltcup in Andorra, das klingt vielversprechend. Doch Adelheid Morath ist vor der DM alles andere als optimistisch. "Es wird schwer, ich bin nicht auf meinem normalen Level. Dafür bin ich erst viel zu kurz auf dem Bike", erklärt die St. Märgenerin. Die körperliche Form, Kondition und Kraft seien da, damit habe sie in Andorra einige Defizite kaschieren können. "Aber bei vielen Details bin ich weit weg von dem, was ich kann. Das aggressive Dagegenhalten, das ging nicht", so Morath. Da habe sie "richtig viel Zeit liegen lassen." Zudem wird sie es am Sonntag im Saarland mit einem 4,2 Kilometer langen Kurs zu tun haben, der jene schlafwandlerische Sicherheit auf dem Sportgerät verlangt, die sie nach einer langen Verletzungspause im Moment noch nicht hat. Außerdem verweist sie auf die fehlende Wettkampfhärte, weil sie in Andorra in diesem Jahr ihr erstes Cross-Country-Rennen überhaupt zu Ende gefahren ist.

Eine Medaille ist für Adelheid Morath dennoch in Reichweite. Elisabeth Brandau (Schönaich), beim Weltcup in Andorra auf Rang zehn notiert, ist die DM-Favoritin. Ob Titelverteidigerin Sabine Spitz nach ihrem Sturz in Val di Sole starten kann, ist noch offen. Hinter diesen drei klafft eine Leistungslücke.

Bei den Männern ist Manuel Fumic (Kirchheim/Teck) der erklärte Favorit. Dahinter macht sich auch Lexware-Fahrer Georg Egger berechtigte Hoffnungen. Der Fahrer des Kirchzartener Lexware-Teams gilt national als Nummer zwei. Im vergangenen Jahr hatte er Bronze gewonnen. "Ich will auf jeden Fall aufs Podest", sagt Egger. Für die Breitnauer Heiko Hog und Simon Gutmann vom Freiburger Pilsner-Merida-Team geht es in St. Ingbert um ein achtbares Ergebnis – mit einer Platzierung zwischen den Rängen zehn und 20 wäre das erfüllt.

In der U23 gelten die Lexware-Fahrer Max Brandl und Luca Schwarzbauer als Favoriten. Der Titelverteidiger aus Freiburg und der Nürtinger haben dieses Jahr in der Nachwuchs-Kategorie die besten Ergebnisse erzielt. Brandl wäre es am liebsten, würde er mit seinem Freund Luca in einen "Battle" um die Medaillen geraten. Florian Reichle vom Pilsner-Merida-Team könnte für eine Überraschung sorgen. Sein Teamkollege Lars Reiniger musste wegen einer Überlastung im Knie lange pausieren, für ihn kommt die DM eigentlich noch zu früh. Für die U17-Fahrerin Lina Riesterer aus Breitnau scheint ein Top-Fünf-Resultat möglich.