Salbutamol-Affäre

Die Tour will Froome nicht radeln sehen

dpa

Von dpa

So, 01. Juli 2018 um 17:56 Uhr

Radsport

Der viermalige Toursieger Christopher Froome soll nach einem Bericht der französischen Tageszeitung Le Monde bei der am kommenden Samstag beginnenden Tour de France nicht starten dürfen.

Die Zeitung berief sich auf Informanten aus dem Bereich der Tour-Organisatoren. Der 33 Jahre alte Brite war im September in Spanien vor seinem späteren Vuelta-Sieg mit einem erhöhten Wert des Asthmamittels Salbutamol aufgefallen. Seitdem ist das Verfahren schwebend. Froome darf aber nach den Statuten der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) weiterfahren.

Der Tour-de-France-Veranstalter ASO stütze sich bei seiner Entscheidung laut Le Monde auf Artikel 28 des Reglements des Rad-Weltverbandes (UCI). Danach sei dem Veranstalter "ausdrücklich das Recht vorbehalten, ein Team oder einen Fahrer auszuschließen, der durch seine Anwesenheit dem Ansehen oder Ruf der Rundfahrt Schaden zufügen könnte".

Den gleichen Paragrafen wollten die Tour-Chefs schon 2009 gegen Tom Boonen anwenden. Der belgische Radprofi war mehrfach mit Kokain erwischt worden und sollte vom Start abgehalten werden. Das Schiedsgericht des Französischen Olympischen Komitees (CNOSF) hatte das Teilnahmeverbot aber kurz vor dem Tourstart aufgehoben und pro Boonen entschieden.

Genau dieses Gericht soll jetzt nach Informationen der Le Monde auch Froomes Team Sky angerufen haben. Das CNOSF soll am 3. Juli über die Rechtmäßigkeit der Startverweigerung durch die Tour-Organisatoren entscheiden.

1000 Nanogramm pro Milliliter Urin des Anti-Asthma-Wirkstoffes sind als Therapeutikum erlaubt. Bei Froome waren am 7. September 1920 Nanogramm gemessen worden. Der Brite beharrt darauf, nicht manipuliert zu haben.