Ein Favoriten-Patt vor der Schlusswoche

dpa

Von dpa

Mo, 23. Juli 2018

Radsport

Bei der Tour de France kommen die Favoriten auf der 14. und 15. Etappe gemeinsam ins Ziel / Simon Geschke fährt am Samstag stark.

CARCASSONNE (dpa/BZ). Mit einem Doppelsieg durch den langjährigen Skandal-Rennstall Astana und einem souveränen Auftritt des Teams Sky mit dem Gesamtführenden Geraint Thomas geht die Tour de France in ihren zweiten Ruhetag vor dem Showdown in den Pyrenäen. Die dominierende Equipe der Briten um Thomas und Titelverteidiger Chris Froome wehrte auf den zwei kniffligen Teilstücken am Wochenende die wenigen Attacken ab und gönnte Ausreißergruppen die Tagessiege. Dabei durfte das kasachische Astana-Team, vor Jahren noch bekannt für etliche Dopingvergehen, am Sonntag den Erfolg von Magnus Cort Nielsen bejubeln, einen Tag nach dem Sieg durch Omar Fraile aus Spanien.

Die Spitzenfahrer rollten auf der 15. Etappe am Sonntag nach 181,5 Kilometern von Millau nach Carcassonne gemeinsam ins Ziel. Für die verbliebenen Anwärter auf das begehrte "Maillot Jaune" in Paris geht es nach einem Ruhetag in den Pyrenäen um alles. Drei schwere Bergetappen und ein Zeitfahren am Samstag stehen an, bei denen Thomas seinen Vorsprung von 1:29 Minuten auf Froome und 1:50 Minuten auf den Niederländer Tom Dumoulin verteidigen will.

Spannend ist, wie sich das Team Sky in der Kapitänsfrage positioniert. Ist der nominelle Edelhelfer Thomas inzwischen der ersten Anwärter auf den Tour-Coup? Der 32-Jährige zeigte bislang in den Bergen keine Schwäche und ist auch im Kampf gegen die Uhr stark. Er gewann etwa im Vorjahr das Auftakt-Zeitfahren der Tour in Düsseldorf. Oder bleibt Froome Plan A der Briten? Im Gegensatz zu Thomas weiß der viermalige Tour-Champion, wie man sich Gelb in einer dritten Woche sichert.

Aus dem Feld der Favoriten wagte auf der 15. Etappe Daniel Martin als Zehnter der Gesamtwertung einen Verzweiflungsangriff am Anstieg zum Pic de Nore und kämpfte sich zwischenzeitlich knapp eine Minute Vorsprung heraus. Aber der Ire hatte in der Abfahrt gegen das Peloton keine Chance. Cort Nielsen gewann aus einer Dreiergruppe den Sprint um den Sieg gegen Jon Izaguirre aus Spanien und den Niederländer Bauke Mollema.

Auf der 14. Etappe am Samstag war als einziger deutscher Profi der Wahl-Freiburger Simon Geschke vom Sunweb-Team in einer Ausreißergruppe dabei. Schon früh war klar, dass diese Ausreißer den Tagessieg unter sich ausmachen würden, ihr Vorsprung stieg schnell deutlich an. In einem packenden Finale setzte sich Fraile ab und verteidigte einen Sechs-Sekunden-Vorsprung vor Alaphilippe und dem Belgier Jasper Stuyven auch auf den letzten ebenen 1800 Metern. "Ich bin eigentlich ziemlich happy", sagte Geschke, dem für den großen Coup die Kraft fehlte. "Der Plan war, dass hier eine Gruppe gehen sollte, und der ist schon mal aufgegangen. Natürlich habe ich dran geglaubt und gehofft. Aber es war eine sehr starke Gruppe. Wenigstens bin ich mal wieder um einen Etappensieg mitgefahren." Geschke ist auch in der Gesamtwertung der beste Deutsche. Nach dem 15. Teilstück liegt er auf Rang 27., mit 29:56 Minuten Rückstand auf den Mann in Gelb.

Tour heute: Ruhetag.