Ein Solosieg und ein spektakulärer Sturz

dpa

Von dpa

Mi, 25. Juli 2018

Radsport

Julian Alaphilippe gewinnt die 16. Tour-Etappe, Philippe Gilbert kommt vom Weg ab.

BAGNÈRES-DE-LUCHON (dpa). Philippe Gilberts spektakulärer Sturz, erneutes Patt der Favoriten und ein Solosieg des Franzosen Julian Alaphilippe: Die erste der drei Hochgebirgs-Etappen in den Pyrenäen hatte einen großen Aufreger und brachte bei der Tour de France noch keine Vorentscheidung im Kampf um das Gelbe Trikot. Alaphilippe sicherte sich im Ziel der 16. Etappe in Bagnéres-de-Luchon seinen zweiten Etappenerfolg. "Mir fehlen die Worte. Das war ein Tag des Leidens – aber ich bin überglücklich", sagte der atemlose Alaphilippe im Ziel.

Spitzenreiter Geraint Thomas und sein Kapitän Chris Froome kamen gemeinsam nach 218 Kilometern fast neun Minuten später als Alaphilippe ins Ziel. Sie setzen offensichtlich alles auf den Bergsprint an diesem Mittwoch auf den Col de Portet.

59 Kilometer vor dem Ziel hatte es den Ex-Weltmeister Gilbert erwischt. Bei der Abfahrt vom Col de Portet d’Aspet versteuerte er sich in einer Kurve und flog in unmittelbarer Nähe des Denkmals für den 1995 dort tödlich verunglückten Olympiasieger Fabio Casartelli über eine Steinmauer. Nach einigen Schrecksekunden kletterte Gilbert wieder auf die Straße, stieg auf sein Rad, reckte den Daumen hoch und setzte seine Fahrt fort. Der dreimalige Weltmeister Peter Sagan sicherte sich schon fünf Tage vor Tourende das Grüne Trikot zum sechsten Mal.

Die Etappe war nach 29 Kilometern für rund zehn Minuten gestoppt worden. Protestierende Bauern hatten den Tross zum Stehen gebracht, Heuballen auf die Straße geroll. Berichten zufolge setzte die Polizei Tränengas oder Pfefferspray gegen die Demonstranten ein.

Tour heute: 17. Etappe von Bagnères-de-Luchon nach Saint-Lary-Soulan über 65 Kilometer. Gestartet wird in Formation. Der Gesamtführende darf ganz vorne stehen, dahinter die Verfolger. Dann geht es unmittelbar in den ersten von drei Anstiegen.