"Einiges passt noch nicht zusammen"

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 06. Juli 2018

Mountainbike

Adelheid Morath verzichtet auf einen Start beim Mountainbike-Weltcup in Val di Sole / Lexware-Team ist mit sechs Bikern am Start.

MOUNTAINBIKE. Im italienischen Val di Sole wird das vierte Mountainbike-Weltcuprennen der Saison ausgetragen. Adelheid Morath wird nicht am Start sein, denn sie fühlt sich nach ihrer Verletzungspause für den Weltcup noch nicht fit genug.

Der zweite Platz beim Engadin Bike Giro am vergangenen Wochenende hat Adelheid Morath noch nicht genügend Argumente geliefert, um sich der Härte eines Weltcups zu stellen, wo es ständig Positionskämpfe gibt und kein gleichmäßiges Pedalieren möglich ist. Oder anders formuliert: In den drei Tagen in der Schweiz offenbarte sich noch das eine oder andere Handicap sechs Wochen nach dem ohne Operation ausgeheilten Schlüsselbeinbruch. "Ich bin noch nicht so weit", sagt Morath. "Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, weil ich an Val di Sole gute Erinnerungen habe." Der vierte Platz im Jahr 2013 ist bis heute ihr bestes Weltcupresultat. Und 2017 fuhr sie dort noch auf Position sechs. An der rein körperlichen Form liegt es nicht, dass die St. Märgenerin ihr Weltcup-Comeback auf Andorra, das eine Woche später stattfindet, verschiebt. "Mit der Form bin ich zufrieden, aber ein paar Dinge passen noch nicht ganz zusammen", sagt Morath und bleibt mit ihren Erklärungen vage.

Den Weg nach Italien tritt das Kirchzartener Lexware-Team fast komplett an. Georg Egger will am Sonntag im Eliterennen der Männer an seine Leistung vom Weltcup in Nove Mesto anknüpfen, wo er 22. geworden ist. An den vier Kilometer langen, physisch sehr anspruchsvollen Kurs im Trentino hat auch er gute Erinnerungen. 2017 war er im U-23-Rennen Vierter geworden. "Ich werde auf jeden Fall nicht übertrieben schnell starten", sagt er zu seiner Strategie. Zweimal habe er es versucht, in Gränichen und zuletzt in Kirchberg, und zweimal habe er im Schlussdrittel dafür gebüßt. "Deshalb werde ich am Start nicht gleich Vollgas fahren, sondern schauen, dass ich über die gesamte Dauer meine beste Leistung generiere."

Max Brandl will unter die ersten zehn im U-23-Rennen

Am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr wollen seine Teamkameraden im U-23-Rennen überzeugende Leistungen abliefern. U-23-Meister Max Brandl, der zum Auftakt in Südafrika Sechster war und sich dann in Albstadt verletzte, ist erst mal zurückhaltend und nennt einen Platz unter den ersten zehn als Zielmarke. Darauf ließe sich aufbauen für die folgenden Wochen. Denn anschließend jagt ein Highlight das andere: Der Weltcup in Andorra, darauf folgte die deutsche Meisterschaft, danach die Europameisterschaft und Anfang August wieder ein Weltcup.

All diese Rennen hat auch Brandls U-23-Teamkamerad Luca Schwarzbauer im Blick, wenn er davon spricht, dass man im Val di Sole "noch nicht am Limit" sein dürfe. Er hat versucht, sich nach der Enttäuschung von Nove Mesto (50. Platz) vor allem mental besser aufzustellen und glaubt auch, dass das geklappt hat. "Ich versuche mit einem guten Maß an Seriosität und Entspannung an das Rennen heranzugehen", sagt er.

Der 18-jährige David List hat sich zum Ziel gesetzt, das Resultat von Albstadt zu verbessern (26. Platz). Gelingt das, hätte er seine ersten Weltcuppunkte sicher. Der gleichaltrige Jannick Zurnieden ist froh, dass die Zeit der Pollen vorbei ist und er wieder besser Luft bekommt. Mit Startnummer 60 versucht er, so weit wie möglich nach vorne zu kommen.

Vinzent Dorn kann erst kurzfristig über einen Start entscheiden, weil er noch an den Folgen einer gebrochenen Rippe leidet.