Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

06. August 2012

Erst Frust und dann ein Happyend

Deutsche Fechter holen Bronze und fühlen sich benachteiligt.

  1. Peter Joppich Foto: afp

LONDON (dapd/BZ). Erst fühlten sie sich um die Goldchance betrogen, aber am Ende gab es immerhin ein Happyend in Bronze: Die tapferen Florett-Kämpfer haben die schlechteste Olympia-Bilanz der deutschen Fechter seit 16 Jahren geschönt. Als versöhnlichen Abschluss des schwachen Auftritts siegten der viermalige Weltmeister Peter Joppich, Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink, Sebastian Bachmann und Andre Weßels, der im Finale kurzfristig für den verletzten Bachmann einspringen musste, mit 45:27 gegen die USA. Nach Degen-Silber für Britta Heidemann war es die zweite Medaille für das sonst so erfolgsverwöhnte Team.

Joppich, für den es bei den dritten Spielen die erste Olympia-Medaille war, fühlte sich auch nach dem Bronzekampf noch immer um die Chance auf Gold betrogen. "Das waren Fehlentscheidungen des Kampfgerichts. Nicht nachvollziehbar", schimpfte der Routinier nach der unglücklichen 40:41-Niederlage im Halbfinale gegen Japan in der Verlängerung. Mit grandiosem Kampfgeist hatte er im letzten Gefecht gegen den Japaner Yuki Ota wie schon im gewonnenen Viertelfinale gegen Russland einen klaren Rückstand des deutschen Teams in eine Führung verwandelt. Dann kassierte er eine Sekunde vor Schluss den Ausgleich zum 40:40. Im Sudden Death wurde dann zweimal ein Treffer für den Mann aus Koblenz angezeigt, den das Kampfgericht nach Ansicht der Videos jedoch nicht anerkannte. Beim dritten Mal traf dann Ota zuerst und Japan wurde nach langer Beratung zum Sieger erklärt. Sportdirektor Manfred Kaspar bezeichnete das als "seltsame Reihung von Fehlern". "Da ist dreimal gegen uns entschieden worden", sagte Ersatzmann Andre Weßels: "Aber das sind Tatsachenentscheidungen, da kann man nichts gegen machen." Irgendwie passte diese höchst unglückliche Niederlage aber ins traurige Bild, das die deutschen Fechter in London abgaben.

Werbung


Olympiasieger wurde die Mannschaft von Italien, die im Finale mit 45:39 gegen Japan gewann.

Autor: dapd


0 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.



Weitere Artikel: Olympische Spiele