Erst mal reinschnuppern

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 13. Juli 2018

Mountainbike

Adelheid Morath kehrt in Andorra zurück in den Weltcupzirkus.

MOUNTAINBIKE (goll). Ohne große Erwartungen greift Profi-Mountainbikerin Adelheid Morath heute, Freitag in Andorra beim Short-Track-Wettbewerb wieder ins Weltcup-Geschehen ein. Ein Trio des Kirchzartener Lexware-Teams will sich in den Pyrenäen gut verkaufen. Von außen betrachtet war die Entscheidung von Adelheid Morath, auf einen Start beim Weltcup im italienischen Val di Sole zu verzichten, nicht so recht nachvollziehbar, nachdem sie beim dreitägigen Engadiner Bike-Giro ein gelungenes Comeback gegeben hatte. "Aber ich habe einfach gespürt, dass es noch nicht gepasst hat. Nach dem Schlüsselbeinbruch in Albstadt habe ich mich einseitig belastet", erklärt sie. Diese Fehlstellung und den daraus resultierenden Beckenschiefstand vor der nächsten Belastung zu korrigieren, sei für sie vorrangig gewesen.

Gefragt nach ihre Zielsetzung beim Cross-Country-Weltcup am Sonntag, atmet die St. Märgener Mountainbikerin hörbar durch. "Keine Ahnung. Die Form ist gut, aber ich weiß nicht, wie ich mich einschätzen soll. Ich bin in der Weltrangliste komplett abgerutscht und stehe weit hinten. Ich muss erst mal gut durch die Startphase kommen." In der Weltrangliste wird Morath aktuell auf Rang 71 geführt. Doch in Andorra hat sie die Startnummer 39. Etliche Fahrerinnen haben auf die Reise in den Zwergstaat in den Pyrenäen verzichtet oder sind verletzt.

Nummer 39, das bedeutet, dass sie heute (Start 17.30 Uhr) das Short-Track-Rennen fahren wird. Das ist den besten 40 der Weltcup-Gesamtwertung vorbehalten. Damit hat Morath sogar die Chance, mit einem Top-16-Ergebnis eine der ersten beiden Startreihen zu ergattern und ihre Ausgangsposition für das Rennen am Sonntag noch weiter zu verbessern. Den Short Track-Wettbewerb in Albstadt hatte die Hochschwarzwälderin ja als Wiedereinstieg nach ihrem Kahnbeinbruch bestritten. Short Track hin oder her, es wird für Adelheid Morath eine Fahrt ins Ungewisse.

Andorra bezeichnet sie zwar als einen ihrer "Lieblingsweltcups", aber zu hohe Erwartungen habe sie nicht. "Ich muss einfach das Beste draus machen", sagt sie vor dem Trip nach Andorra, wo das Rennen auf 1900 Metern über dem Meeresspiegel gestartet wird. Diese Höhenlage ist immer auch ein Aspekt, der das Rennen beeinflusst.

Max Brandl hofft auf Topplatzierung

Das sieht auch Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Team so. Er will am Sonntag versuchen, seinen 45. Platz vom Val di Sole nach oben zu korrigieren. "Mit der Höhe komme ich eigentlich gut klar", sagt Egger. "Ich muss mich in den Tagen zuvor halt langsam herantasten und schauen, wie weit ich gehen kann, ohne zu explodieren." Im Bikepark Vallnord lässt sich nicht mit Gewalt agieren, da braucht es ein gutes Körpergefühl. Das besitzt Max Brandl. In Andorra ist er 2015 Vize-Weltmeister bei den Junioren geworden. 2016 belegte der Lexware-Fahrer, der an der Uni Freiburg studiert, im U23-Weltcup Rang vier.

"Ich glaube, von der Leistung her war Val di Sole eigentlich top und deshalb kann ich optimistisch sein", sagt der Deutsche U23-Meister, der vergangenen Sonntag in Italien, durch einen Sturz gebremst, nur Zwölfter wurde. Gemeinsam mit seinen Teamgenossen Luca Schwarzbauer und Georg Egger hat Max Brandl eine ruhige Anreise nach Andorra gewählt. Bis Mittwoch wurde im Val di Sole logiert, dann ging es weiter nach Nizza und am Donnerstag dann bis Andorra. Schwarzbauer genießt die gemeinsame Zeit im Trio. "Es ist echt genial mit den beiden. Und ich freue mich, dass ich jetzt prüfungsfrei bin. Das ist eine Art Semi-Urlaub", sagt er mit einem Lachen.