"Es war eine schöne Zeit"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 28. August 2018

Mountainbike

Mountainbikerin Sabine Spitz schöpft bei ihrem letzten Weltcup-Rennen im französischen La Bresse nicht ihr Leistungsvermögen aus.

MOUNTAINBIKE (BZ). Nun ist der Zeitpunkt also gekommen. Nach langen 22 Jahren und 117 Weltcup-Rennen. Im französischen La Bresse hat Sabine Spitz ihre Abschiedsvorstellung im Mountainbike-Weltcup gegeben. So erfolgreich diese Liaison seit 1996 war, der finale Auftritt wollte sich nicht in das triumphale Bild einfügen. "Ich hätte ich mich gerne anders aus dem Weltcup verabschiedet. Aber mehr war für mich heute nicht möglich", sagte die 46-jährige Niederhoferin frustriert über ihren 52. Platz beim Weltcup-Saisonfinale in den Vogesen.

Die Olympiasiegerin von 2008 absolvierte ihr erstes Cross-Country-Rennen seit fünf Wochen, nach zwei regenreichen Tagen seien die Bedingungen äußerst schwierig gewesen, teilte ihr Manager Ralf Schäuble mit. Spitz habe von Anfang an nicht befreit fahren können. "Ich hatte eine richtiggehende Blockade im Kopf, so dass ich mich total verkrampft habe", sagte Spitz, die nicht einmal "ansatzweise eine vernünftige Leistung abzurufen" vermochte.

Auf ihren 22. Podiumsplatz zu spekulieren, wäre angesichts ihres Trainings- und Wettkampfdefizits vermessen gewesen. Der Sturz Anfang Juli beim Weltcup im italienischen Val di Sole hatte weitreichende Auswirkungen auf ihren Rennkalender gehabt. Es wäre eine Überraschung gewesen, hätte sie in La Bresse vorne mitfahren können. Den Sieg sicherte sich Jolanda Neff, die 25-jährige Schweizerin siegte in 1:33:03 Stunden und gewann zum dritten Mal den Gesamtweltcup.

Für Spitz bestand aber zumindest die Hoffnung, sich mit einem respektablen Resultat von der Weltcup-Bühne zu verabschieden, vielleicht noch einmal in die Top-Zehn vorzufahren. Gerade auch weil sie beim Bike Giro Hochschwarzwald "eine aufsteigende Tendenz gezeigt hat", so Schäuble über den dritten Platz beim viertägigen Etappenrennen. Doch in La Bresse übertrug sich diese Tendenz nicht auf das Klassement. Vielleicht waren die äußeren Bedingungen einer der entscheidenden Faktoren, sicher sei, "dass der 52. Platz nicht das aktuelle Leistungsvermögen von Sabine Spitz widerspiegelt", so Schäuble.

Die Niederhoferin sah im Weltcup-Finale zugleich einen weiteren Baustein der Vorbereitung auf das Rennen am 9. September im schweizerischen Lenzerheide – ihre letzte Weltmeisterschaft, wie Schäuble der BZ sagte. Mag ihr Weltcup-Abschied nicht erfolgreich verlaufen sein, womöglich dient er in zwei Wochen als Basis für einen erfreulicheren WM-Abschied. Und so fand Spitz nach ihrem Auftritt in La Bresse ein versöhnliches Resümee: "Eine lange, schöne Zeit als Aktive mit vielen tollen Erinnerungen geht zu Ende. Ich glaube, der Zeitpunkt stimmt für mich, jetzt Goodbye zu sagen, auch wenn sicher ein wenig Wehmut da ist, den Cross-Country-Sport auf höchstem Niveau zu verlassen."

Als Sabine Spitz anno 1996 im belgischen Houffalize ihren ersten Weltcup bestritt, war Tim Meier noch nicht geboren. In La Bresse war der 19-jährige Rheinfelder bei ihrem Abschied ebenfalls am Start, absolvierte in der U 23 sein erstes Weltcup-Rennen der Saison. Seine Erwartungen waren gedämpft und so blieb wohl nicht allzu viel Unzufriedenheit zurück: Beim Sieg des Norwegers Peter Fagerhaug wurde Meier auf Rang 88 notiert.