Ex-Radprofi Kappes im Alter von 52 Jahren gestorben

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Von dpa

Mi, 01. August 2018

Radsport

Allergische Reaktion infolge eines Insektenstichs soll zu Herzversagen geführt haben / Trauer in der deutschen Radsportszene.

NEUSS (dpa/BZ). Der deutsche Radsport trauert um den früheren Profi Andreas Kappes. Der 52 Jahre alte sportliche Leiter der Tour de Neuss und ehemalige Top-Rennfahrer starb in der Nacht zu Dienstag. Das bestätigte Stephan Hilgers, Vorsitzender des Neusser Radfahrervereins, unter Berufung auf die Familie. Zuvor hatte die "Neuß-Grevenbroicher Zeitung" darüber berichtet. Nach Informationen der "Rheinischen Post" soll eine allergische Reaktion infolge eines Insektenstich zum Herzversagen geführt haben.

Kappes hatte zuletzt die sportliche Leitung der Tour de Neuss inne, die am Mittwoch stattfinden soll. "Der Schock ist extrem tief", sagte Hilgers. "Alle Rennfahrer werden einen Trauerflor tragen." An dem Hauptrennen werden unter anderen der deutsche Spitzensprinter André Greipel und Rick Zabel teilnehmen.
Wie nur wenige Profis in seiner Generation feierte Kappes sowohl auf der Bahn als auch bei Straßenrennen Erfolge. Kappes wohnte mehrere Jahre lang im Raum Freiburg und gewann unter anderem neun Mal die Freiburger Nacht, die früher noch aus einem Radrennen und einer Laufveranstaltung bestand.

Kappes sei zu der damaligen Zeit "taktisch einer der besten Rennfahrer" Deutschlands gewesen, beschreibt der 49-jährige Rolf Aldag seinen früheren Kontrahenten. Der gebürtige Bremer Kappes fuhr unter anderem für das Team Telekom und Gerolsteiner, gewann Etappen bei der Tour de Suisse, beim Giro d’Italia sowie Paris-Nizza und nahm fünfmal an der Tour de France teil. 1992 war er für Telekom bei der Frankreich-Rundfahrt am Start. Auf der Bahn feierte er 24 Siege bei insgesamt 115 Teilnahmen an Sechstagerennen. 1997 war er wegen eines Verstoßes gegen die Doping-Bestimmungen nach seinem deutschen Meisterschaftssieg im Punktefahren zeitweise gesperrt gewesen.

Erst 2008 beendete Kappes mit 43 Jahren seine Profikarriere. Auch nach seiner aktiven Zeit war er noch regelmäßiger Gast bei Sechstagerennen. "Das ist meine zweite Familie", sagte Kappes vor acht Jahren.