Freiburger Mountainbiker bei WM hinter der Spitze

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 10. September 2018

Mountainbike

Adelheid Morath erneut im Pech / Lexware-Biker Egger wird 33.

MOUNTAINBIKE. Die Pech-Serie der Freiburgerin Adelheid Morath geht weiter. Bei der Cross-Country-Weltmeisterschaft in Lenzerheide (Schweiz) stürzte sie und schied vorzeitig aus. Lexware-Biker Georg Egger hatte ebenfalls kein Glück, wurde im Männer-Rennen aber immerhin 33. Insgesamt sind Südbadens Mountainbikerinnen und Mountainbiker von den Top-Resultaten früherer Jahre ein gutes Stück weit entfernt.

Schon im berüchtigten ersten Downhill sei "irgendeine Fahrerin in mich reingefahren", berichtete Morath. Sie stürzte und kam selbst einigermaßen glimpflich davon, doch am Bike waren Bremshebel und die Bremsscheibe verbogen. Außerdem verdrehte sich die Kette. Bis sie die wieder in Ordnung gebracht hatte, war sie längst Letzte, mit großen Abstand zur Vorletzten. Das Rennen war gelaufen.

25 000 Zuschauer waren am Samstag an der Strecke, durften aber nicht den Heimsieg von Titelverteidigerin Jolanda Neff bejubeln, sondern sahen zu, wie die US-Amerikanerin Kate Courtney einen Überraschungssieg landete, 47 Sekunden vor der Dänin Annika Langvad und 1:58 Minuten vor der Kanadierin Emily Batty. Die beste Deutsche war Elisabeth Brandau auf Rang acht (+4:20).

Für Georg Egger (Aichen) vom Kirchzartener Lexware-Team lief es zwar auch nicht reibungslos, doch er kam immerhin auf dem 33. Rang, 6:15 Minuten hinter dem jetzt siebenfachen Weltmeister Nino Schurter (Schweiz, 1:29:21) ins Ziel und konnte die grandiose Atmosphäre genießen. Egger hatte schon am Start das Pech, dass vor ihm ein Fahrer nicht in sein Klickpedal kam, so dass der deutsche Vizemeister sofort massiv Plätze verlor. Ungünstiger noch, dass insgesamt viermal seine Kette aus der Führung fiel. Ab der dritten Runde lief es dann "mega", wie Egger das nannte. "Ich denke, zusammengenommen habe ich mehr als eine Minute durch die Stopps verloren. Da wäre heute vielleicht ein Top-20-Ergebnis drin gewesen."

Beim Freiburger Martin Gluth ging nicht viel zusammen. Er wurde nur 53. (+9:08). "Ich habe keine Erklärung, am Berg hatte ich eigentlich gut Druck. Aber irgendwie haben mir die Leistungsspitzen gefehlt", meinte er etwas ratlos. Die Medaillen gingen an Nino Schurter, elf Sekunden vor Gerhard Kerschbaumer (Italien) und 1:14 Minuten vor Mathieu van der Poel (Niederlande).

Für Eggers Teamkollegen gab es am Freitag im U-23-Rennen Freud und Leid. Luca Schwarzbauer war "überglücklich" über seinen zehnten Rang 2:36 Minuten hinter dem neuen U-23-Weltmeister Alan Hatherly (1:21:22) aus Südafrika. Dieses Ergebnis nannte er sein "Traumziel". Als er sein Rennen kommentierte, war Max Brandl bereits beim Ausfahren, völlig enttäuscht von sich selbst. "Ich bin zur Zeit einfach nicht in der Lage, ein gutes Cross-Country-Rennen zu fahren", konstatierte er ohne Umschweife. Dass sich bei ihm, jenseits der Top 30 fahrend, auch noch Schmerzen im Zwerchfell einstellten und er das Rennen aufgeben musste, betrachtete er nur als Nebensache.

Im Junioren-Rennen hatte Teamgenosse Lars Hemmerling Platz 21 belegt, 5:40 Minuten hinter Sieger Alexandre Balmer (Schweiz, 1:13:45), der zwei Sekunden vor dem deutschen Meister Leon Kaiser aus Monheim und 1:13 Minuten vor dem Franzosen Mathis Azzaro gewann.