Für die Lexware-Fahrer endet die EM enttäuschend

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 30. Juli 2018

Mountainbike

Luca Schwarzbauer im U-23-Rennen 15., Max Brandl wird nur 30.

MOUNTAINBIKE. Luca Schwarzbauer, Fahrer des Kirchzartener Lexware-Teams, hat bei der U-23-Europameisterschaft in Graz-Stattegg Rang 15 belegt und war damit bester Deutscher. Enttäuschend verlief das Einzelrennen für den Freiburger Max Brandl, seine Lexware-Teamkollegen David List und Lars Hemmerling mussten sogar aufgeben.

Für mitteleuropäische Verhältnisse waren die Bedingungen am nördlichen Rand von Graz extrem. Temperaturen von mehr als 30 Grad und fast Windstille forderten bei vielen Fahrern Tribut. Der 4,2 Kilometer lange Kurs tat sein Übriges. Steile Anstiege auf einem Untergrund, der nicht rollte, der das Vorwärtskommen zusätzlich erschwerte. Luca Schwarzbauer erwischte jedoch einen guten Start. Er lag nach einer Runde an zwölfter Stelle. Bald riss er sein Trikot weit auf, um seinem Körper Kühlung zu verschaffen.

"In der zweiten Runde habe ich die üblichen Probleme bekommen", sollte er später berichten. "Daran muss ich arbeiten. Wenn ich eine bessere Grundlage habe, dann kann ich eine schnelle erste Runde auch besser kompensieren", analysierte Schwarzbauer im Ziel, während ihm seine deutschen Junioren-Teamkollegen Wasser über den Kopf schütteten.

Schwarzbauer konnte den Schaden in Grenzen halten, verlor nur zwei, drei Positionen und kam dann in der dritten Runde wieder besser ins Rennen. Zwei Runden vor Schluss war er an 13. Stelle unterwegs und verringerte den Abstand auf Position elf. Schwarzbauer war schon Zwölfter, als ihm ein Lapsus unterlief: In einer technischen Passage knallte er unsanft auf seinen Sattel. Der gab dann nach und rutschte nach unten. Schwarzbauer brachte das Malheur wieder in Ordnung, doch er verlor dadurch drei Positionen, anstatt noch in Richtung Rang elf angreifen zu können. Viel Zeit blieb nicht mehr, aber er konnte wenigstens noch einen Konkurrenten wieder passieren. "Das mit dem Sattel war schade, aber ich habe immerhin noch Rang 15 zurückholen können. Das hört sich halt besser an", so Schwarzbauer. "Die Hitze war abartig, in der zweiten Runde hatte ich Probleme, aber insgesamt bin ich zufrieden."

Als 15. hatte er schließlich genau vier Minuten Rückstand auf den Franzosen Joshua Dubau (1:25:23 Stunden), der 19 Sekunden vor dem Schweizer Filippo Colombo und 43 Sekunden vor dem Niederländer Milan Vader Gold gewann.

Sein Kumpel Max Brandl hatte sich weit mehr erhofft als diesen 30. Platz (+7:18), auf dem er ins Ziel rollte. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. "Schon krass, wie man in drei Tagen abstürzen kann", sagte der Freiburger. Damit verwies er auf seine starke Leistung in der Staffel am Donnerstag, als er eben jenen Joshua Dubau distanzieren konnte und mit dem deutschen Team Vierter wurde.

Brandls Plan ging nur bis zur zweiten Runde auf. Da lag er an sechster Stelle. "Das war so, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber dann war es so brutal heiß, echt abartig", erklärte der U-23-Meister, was sich für ihn zu einem größeren Problem entwickelte. "In der zweiten, dritten Runde habe ich meine Linien nicht mehr getroffen, am Ende hatte ich Krämpfe in den Händen und in den Beinen", schilderte Brandl sein persönliches Desaster. Er verlor immer weiter an Boden und entschloss sich irgendwann sogar zum Hinterradwechsel, um eine kleinere Übersetzung fahren zu können. "Sonst wäre ich komplett gestanden", sagte er. Immerhin, im Gegensatz zum Vorjahr, habe er das EM-Rennen beendet. Aber das war wohl mehr sarkastisch gemeint.

David List musste von Bundestrainer Peter Schaupp aus dem Rennen genommen werden. Der Friedrichshafener war von Position 33 bereits aus den Top 40 zurückgefallen. "David ist Schlangenlinien gefahren, das war zu gefährlich. Er klagte über starke Kopfschmerzen", so Schaupp. Auch Junior Lars Hemmerling konnte am Vormittag sein Rennen nicht beenden. Bei ihm lag die Ursache aber hauptsächlich in einem Trainingssturz, bei dem er sich den Rücken geprellt hatte.