Georg Egger erfüllt sich seinen EM-Traum

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Do, 09. August 2018

Mountainbike

Elitefahrer des Kirchzartener Lexware-Teams fährt in Glasgow als bester Deutscher auf Rang neun.

MOUNTAINBIKE. Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Mountainbike- Team hat bei der Europameisterschaft in Glasgow als Neunter für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Der Deutsche Vizemeister war damit bester Deutscher. "Ganz ehrlich", so begann Georg Egger im Ziel sein Statement, "das habe ich mir vorgenommen. Ich habe hoch gepokert und mental hart an mir gearbeitet." Dass er sich sein Ziel so hoch gesteckt hatte, das wollte er vorher aber "lieber nicht laut sagen". Ein Bild vom Zieleinlauf in den Top-Ten hätte er sich gemalt und den Erfolg damit so visualisiert.

Als Georg Egger nach der Startphase bereits an 16. Stelle auftauchte und kurze Zeit später auch den an Rückenschmerzen leidenden Deutschen Meister Manuel Fumic hinter sich ließ, da waren die Beobachter von außen nicht so sicher, ob das das gutgehen würde.

Doch Egger flog mit Elan durch die vielen Kurven und Sprünge und wusste, was er tat. Vor allem war er mental hellwach. Als sich ab Platz neun eine zehnköpfige Gruppe bildete, war er auf dem mit vielen Trails gespickten 5,5 Kilometer langen Kurs im Cathkin Braes Mountainbike Park klug und mutig genug, sich immer an zweiter, dritter Position zu halten. "Ich wusste, dass auf dem Kurs schnell mal eine Lücke aufgeht und dann musst du sie wieder zufahren oder verlierst den Anschluss", erklärte er seine forsche Fahrweise, die aber nicht zu offensiv war. So hätte er auch reagieren können, als der Spanier David Valero und der Schweizer Lukas Flückiger, beide Podiums-Kandidaten im Weltcup, in der vorletzten Runde einen Angriff starteten. Kurz ging Egger mit, akzeptierte dann aber, dass das noch eine Nummer zu groß war für ihn. Der 23-Jährige vom Team aus dem Hochschwarzwald blieb an zehnter Stelle und hatte noch Reserven. Im Kampf um Rang acht unterlag Egger dem Italiener Marco Fontana um zwei Sekunden. Mit nur 1:25 Minuten Rückstand auf den Sieger Lars Forster (Schweiz, 1:33:01) überquerte er als bester Deutscher als Neunter die Ziellinie und sorgte damit für eine faustdicke Überraschung. "Ich bin total happy, aber ich muss das erst mal verdauen", so Egger nach dem bisher größten Erfolg seiner Karriere. Hart habe er daran gearbeitet und "kapiert", dass er nicht so viele Rennen fahren dürfe. "Da habe ich im Frühjahr einfach Fehler gemacht, aber in den vergangenen Wochen einiges richtig", resümierte der Deutsche Vizemeister. "Klar, es hat schon weh getan, aber so ist das halt, wenn man da vorne mitfährt." Ganz vorne holte sich Lars Forster Gold, 24 Sekunden vor Luca Braidot aus Italien und 35 Sekunden vor David Valero.