"Ich war extrem motiviert"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 29. Juni 2018

Radsport

Nico Denz muss die deutsche Straßenrad-DM absagen / Clara Koppenburg aus Lörrach gut in Form.

RADSPORT (uwo). Geht es im Radsport um größere Rundfahrten und Meisterschaften ist der Hochrhein inzwischen regelmäßig vertreten. Da wäre zum einen Clara Koppenburg aus Lörrach, bei der deutschen Meisterschaft am Wochenende in Einhausen (Hessen) könnte sie eine wichtige Rolle spielen. Pech hat dagegen Nico Denz aus Albbruck, er fehlt krankheitsbedingt.

Seinen Auftritt bei der DM rund um den Jägersburger Wald hätte man nach seiner beachtlichen Performance beim Giro d’Italia, als Nico Denz unter anderem knapp einen Etappensieg verpasste, gerne erlebt. Der 24-jährige Radprofi arbeitet nachhaltig an seinem Ruf, ein patenter Kandidat für alle Rundfahrten zu sein. Mit steigender Tendenz.

National ist der Fahrer des französischen Rennstalls ag2r nicht weit entfernt von der Kategorie Degenkolb/Greipel. Im Vorjahr war Denz bei der DM in Chemnitz Zwölfter beim Straßenrennen und beim Sieg von Tony Martin Elfter im Einzelzeitfahren, der traditionellen DM-Ouvertüre am Freitag. Doch daraus wird diesmal nichts. "Es macht keinen Sinn, wenn ich nicht meine 100-prozentige Leistung bringen kann", sagte Denz der BZ zwei Tage vor dem ersten Rennen. Seit vier Tagen plagt ihn eine Erkältung, "es wird schlimmer statt besser", und Denz wolle "nicht denselben Fehler machen wie im vergangenen Jahr", als er im Frühjahr angeschlagen einen Klassiker fuhr und "ich mich die ganze Saison davon nicht richtig erholen konnte". Er sei "extrem motiviert" für die DM gewesen, sagt Denz, doch nun wird der Fahrplan in Richtung Deutschlandtour (ab 23. August) ausgerichtet. "Da will ich dann absolut fit sein."

Nicht nur eine untergeordnete Rolle bei der DM ist Clara Koppenburg im Feld der Frauen zuzutrauen. Die Lörracherin vom Team Cervélo Bigla hat sich schon im vergangenen Jahr, als sie beim Straßenrennen 14. wurde und durch gutes taktisches Fahrverhalten auffiel, im Peloton gezeigt. Nicht zuletzt scheint sich die 22-jährige Studentin der Sportwissenschaft aktuell in außerordentlicher Form zu befinden und als eine Kandidatin für eine vordere Platzierung im Zeitfahren infrage zu kommen. Bei der DM-Generalprobe in Ljubljana vor zwei Wochen fuhr sie als Vierte mit nur neun Sekunden Rückstand auf die Siegerin mitten hinein in die Zeitfahr-Elite.

Koppenburg verdrängte dabei auch ihre belgische Teamkollegin, die Vize-Europameisterin im Zeitfahren, Ann-Sophie Duyck, auf Rang fünf. "Ich bin glücklich darüber, wie sich meine Zeitfahrleistungen verbessern. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg, und das war der perfekte Test für die deutschen Meisterschaft", sagt Clara Koppenburg zu radsportnews.com. Kein Nachteil für sie: Die Favoritenbürde haben andere. Zum Beispiel Ex-Weltmeisterin Lisa Brennauer (Kempten) und die amtierende Deutsche Zeitfahrmeisterin Trixi Worrack aus Cottbus.