Radsport

Kittel ärgert sich über Kritik seiner Teamleitung bei Tour de France

dpa

Von dpa

Mo, 16. Juli 2018 um 17:30 Uhr

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Zoff im Team von Katusha-Alpecin: Die Teamleitung wirft Marcel Kittel Egoismus und Ineffektivität vor. Der Topsprinter ist von der Kritik genervt – und glaubt noch an ein Happy End auf den letzten Etappen.

Trotz Krisenstimmung im Team und den Nullnummern auf den Flachetappen: Der als Erfolgsgarant ins Katusha-Alpecin-Team geholte Marcel Kittel will weiterkämpfen und denkt bei der 105. Tour de France nicht ans Aufhören. "Es ist keine Option, das Handtuch in den Ring zu werfen. Damit würde ich ja einigen vielleicht sogar in die Karten spielen", sagte der Topsprinter am Montag in angenehmer Atmosphäre des Teamhotels in den französischen Alpen. Ruhig und beschaulich war es in seinem Radrennstall zuletzt nicht zugegangen.

"Siege kommen nicht aufs Fingerschnippen." Marcel Kittel, Radsportler
"Meine Motivation ist, an Dylan Groenewegen zu denken. Bei dem Niederländer lief es 2017 die gesamte Tour nicht so, und dann hat er die letzte Etappe auf den Champs-Élysées gewonnen". Der in Pau endende 18. Tagesabschnitt und das Finale in Paris sind jetzt die Fixpunkte in Kittels Tour-Kalkulation. 2013 und 2014 hatte er auf der Prachtstraße gewonnen.

Auch am ersten Ruhetag hat der 30-jährige Thüringer den Ärger der vergangenen Tage noch nicht verdaut. Seine Teamchefs, die Ex-Profis Dimitri Konyschew und Torsten Schmidt, hatten sich über ihren Topangestellten fast schon abfällig geäußert. Konyschew hatte ihm Egoismus und zu wenig Effektivität vorgeworfen.

Öffentliche Kritik verursacht Ärger

"Das hat mich sehr geärgert. Vor allem, dass ich davon aus den Zeitungen erfuhr, wobei wir uns doch täglich sehen. Ich hatte danach mit Konyschew ein klärendes Gespräch", sagte Kittel, der zugibt, dass "die Magie von 2017 nicht da" ist. Das er dennoch an die Leistungen vom vergangenen Jahr anknüpfen kann, wolle er in Pau und Paris beweisen.

Die angespannte Atmosphäre der letzten Tage war auch nicht nach dem Geschmack des Bielefelder Teilsponsors Alpecin. "Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass solche Angelegenheiten vielleicht intern geregelt würden", sagte Marcel Klöpping, der Leiter der Kommunikationsabteilung des Unternehmens, am Ruhetag in der Olympiastadt Albertville. Das deutsch-russische Team mit Schweizer Lizenz will nach dem Tour-Fehlstart unbedingt in den Normal-Modus zurückfinden. "Wir haben uns als Mannschaft zusammengerauft. Für uns ist das Thema abgehakt", erklärte Kittel-Anfahrer Rick Zabel, der mit Nils Politt dafür zuständig ist, den Katusha-Alpecin-Star in den Massensprints in die günstigste Position zu manövrieren.

Das Team zieht an einem Strang

"Wir ziehen als Team an einem Strang", sagte der im Fokus der Unzufriedenheit stehende Marcel Kittel, der trotz der Querelen nicht daran denkt, seinen noch ein Jahr laufenden Millionen-Vertrag vorzeitig zu beenden. "Das ist überhaupt kein Thema", sagte er. Der möglichen Ungeduld der Teamleitung hält der seit 2013 bisher 14 Mal erfolgreiche deutsche Rekord-Etappensieger entgegen: "Siege kommen nicht aufs Fingerschnippen."