Lexware-Quartett bei der EM

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 27. Juli 2018

Mountainbike

In Graz finden die kontinentalen Titelkämpfe der Mountainbiker statt – ohne die Eliteklasse.

MOUNTAINBIKE. Ein Quartett vom Lexware-Mountainbike-Team Kirchzarten steht im BDR-Aufgebot für die U-19- und U-23-Europameisterschaft in Graz. Die begann am Donnerstag mit dem Team-Relay-Wettbewerb, bei dem Max Brandl und Luca Schwarzbauer starteten (Rennen war bei Redaktionsschluss nicht beendet).

Wer sich mit dem Team-Wettbewerb auskennt, wird sich vielleicht denken: Brandl? Schwarzbauer? Das sind doch beides U-23-Fahrer, bei der EM müsste doch ein Elite-Fahrer am Start sein. Prinzipiell ist das richtig, doch weil die Elite-EM dieses Jahr in das neu geschaffene Groß-Event "European Championships" nach Glasgow ausgelagert wurde und eine extra Anreise nach Graz für die Elite-Biker nicht zumutbar wäre, greifen die meisten Nationen eben auf jüngere Fahrer zurück.

Sowohl Brandl als auch Schwarzbauer reden davon, dass ihnen zuletzt die Lockerheit gefehlt habe. Ob das am Sonntag (Start: 15 Uhr) im Cross-Country-Rennen anders sein wird? "Ich glaube, das habe ich seit dem Sieg in Gedern falsch gemacht. Es ist wichtig, den Spaß zu haben, auch im Training. Ich war zu fokussiert und habe zu wenig genossen, was das Mountainbiken eigentlich ausmacht", sagt Brandl selbstkritisch, glaubt aber, dass er diese Lust an der Tretarbeit spätestens am vergangenen Sonntag wiedergefunden hat.

Luca Schwarzbauer sieht das für sich ebenfalls als vordringliche Aufgabe. "Das ist auch für mich das Thema", meint er. "Ich weiß nicht genau, wie ich die EM einschätzen soll. Die ist vielleicht nicht ganz so Respekt einflößend wie ein Weltcup. Für mich geht es wieder um ein solides Ergebnis". Vor zwei Jahren, bei seiner bislang letzten EM-Teilnahme, war er in Schweden Neunter. Das wäre diesmal auf jeden Fall ein Erfolg.

David List hat nichts zu verlieren. Der aktuell in Freiburg lebende Friedrichshafener nahm aus St. Ingbert zwar kein Top-Resultat mit nach Hause, aber die Gewissheit, "dass die Form wieder stimmt". Jetzt bräuchte es nur noch ein Quäntchen Glück. "Ich hoffe, dass ich wieder an die Leistungen vom Beginn der Saison anknüpfen kann", erklärt der 18-jährige List vor seiner ersten U-23-Europameisterschaft auf einem Kurs, der pro 4,2 Kilometer-Runde 250 Höhenmeter ausweist. Eine Klettertour, die ihm durchaus entgegenkommt.

U-19-Junior Lars Hemmerling hat es auf den letzten Drücker noch geschafft, auf den EM-Zug aufzuspringen. Bedingt durch Abiturstress und Infekte blieb sein Talent im Frühjahr verborgen. Erst im Juni taute der Saarländer auf. Das war auch Bundestrainer Marc Schäfer nicht entgangen. Ohne dass Hemmerling es wusste, fuhr er bei der DM in St. Ingbert um das EM-Ticket. Schäfer hatte ihn in seinem Heimrennen nicht zusätzlich unter Druck setzen wollen. Das war sicherlich kein Fehler. Der Lexware-Junior gewann DM-Bronze und zeigte, was in ihm steckt. "Es ist ein tolles Gefühl, bei einer EM dabei zu sein, besonders nach diesem schweren Start in das Jahr. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass überhaupt noch eine Chance für mich besteht", so Hemmerling. Natürlich will er jetzt das Beste aus dieser unverhofften Chance machen: "Ich will meinen Speed aus den nationalen Rennen nun auch bei der EM umsetzen können." Sein Rennen wird am Sonntag um 11 Uhr gestartet.

Für die Eliminator-Rennen am Samstag sind unter anderem Heiko Hog, Simon Gutmann und David Horvath (alle Breitnau) gemeldet.