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18. Juni 2012

Black-Forest-Ultra-Bike-Marathon

Matthias Bettinger: Daheim ist’s doppelt schön

Matthias Bettinger genießt seinen Sieg auf der Ultra-Strecke / Rothaus-Poison vor Lexware-Racing.

  1. Beste Stimmung an der „Alpe de Fiddlebrugg“: Thomas Zipfel peitscht die Mountainbiker den steilen Anstieg bei Aftersteg hinauf. Foto: Patrick Seeger

  2. Die erste deutsche MTB-Sprintmeisterschaft tags zuvor gewann Simon Gegenheimer (Nr. 2) vor Christian Pfäffle (ganz links/Nr. 1). Foto: Patrick Seeger

MOUNTAINBIKE. So wie Matthias Bettinger ging es etlichen der 4729 Bergaufradler und -radlerinnen, die gestern beim 15. Black-Forest-Ultra-Bike-Marathon eine der fünf Strecken unter ihre breiten Reifen genommen hatten. "Ziemlich kaputt, aber überglücklich" fühlte sich der Breitnauer im Ziel in Kirchzarten nach seinem Sieg im Ultra-Marathon über die längste Strecke von 117 Kilometern.

"Eigentlich zählt nur der Ultra", sagte Bettinger über die Königsdisziplin, die durch den Hoch- und Südschwarzwald 3150 Höhenmeter zu bieten hat. Diese Aussage gilt für die Leistungssportler im großen Teilnehmerfeld, eben für Bettinger und Co. Der 28-jährige Breitnauer nutzte den Heimvorteil auf seinen Trainingsstrecken: "Ich kenn’ jeden Berg und jede Wurzel." Obwohl er das Etappenrennen Trans Germany, bei dem er Sechster geworden war, noch in den Knochen hatte, lief’s für ihn gestern "super". "An jedem Berg standen Freunde und Bekannte, die mich hochgepeitscht haben", erzählte er strahlend im Ziel. "Daheim ist es halt doppelt schön." Und diesmal kam er ohne Defekt durch, anders als noch zu Saisonbeginn: Da habe "mal das Rad nicht mitgemacht, mal der Kerle", erzählte Bettinger verschmitzt.

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Auch die Freiburgerin Ann-Katrin Hellstern kannte vor Rennbeginn die komplette Strecke und war im Ziel "super glücklich", dass es mit dem angestrebten Sieg im Ultra geklappt hatte. Immerhin musste sie dafür Vorjahressiegerin Ariane Kleinhans aus Südafrika bezwingen.

Auf der Marathonstrecke über 76,5 Kilometer hatte der Münstertäler Heiko Gutmann (Rothaus-Poison) Probleme mit seinem Hinterrad. Nach Titisee bekam er einen "Schleicher" und probierte es mit Pumpen, doch die Luft hielt nicht. Danach fuhr er mit einem Plattfuß weiter, bis er zu Betreuern kam und das Laufrad wechseln konnte. Danach arbeitete er sich an die Spitze heran. Im letzten Anstieg nach Oberried aufs Rappeneck bekam Gutmann auf halber Höhe Krämpfe und musste noch Björn Herrmann (St. Georgen) vom Neustädter Wheeler-iXS-Team ziehen lassen, der hinter dem Schwaben Daniel Aspacher Zweiter wurde. Einen Sieg für das Neustädter MTB-Team holte Bettina Uhlig. Die Freiburgerin dominierte den Marathon mit mehr als fünf Minuten Vorsprung vor zwei Schweizerinnen.

Im "internen Vergleich" zwischen dem St. Märgener Rennstall Rothaus-Poison und dem Lexware-Racing-Team aus Kirchzarten lagen diesmal die Hochschwarzwälder mit zwei Siegen, drei zweiten Plätzen und einmal Rang drei vorn. Lexware schaffte ebenfalls zwei Siege und einen dritten Platz.

Andreas Kleiber (Freiburg/Rothaus-Poison) gewann den Power-Track der Männer über 88,6 Kilometer von Hinterzarten nach Kirchzarten mit 18 Sekunden Vorsprung vor dem Münstertäler Andreas Muckenhirn. Kleibers Teamkollegin Nina Wrobel (Freiburg) bescherte Rothaus-Poison den zweiten Sieg. In ihrem ersten Wettkampf seit 2009 überraschte die 28-jährige Medizinstudentin sich selbst mit ihrem überlegenen Sieg im Speed Track über 52,4 Kilometer. Rebekka Markert (Freiburg) fuhr 5:27 Minuten später als Zweite vor Barbara Beckert (Todtnau) ins Ziel. Weil Wrobel in der Woche nur vier, fünf Stunden zum Trainieren kommt, wollte sie ursprünglich den zehn Kilometer kürzeren Short-Track fahren. Am Ende war sie Rothaus-Poison-Teamchef Patrik Faller dankbar, dass er sie zum Start nach Todtnauberg geschickt hatte. Den Speed-Track der Männer gewann einen Tag vor seinem Sportabitur souverän der Münstertäler Julian Schelb (Lexware Racing). Teamkollegin Helen Grobert siegte im Short-Track vor Hanna Klein (Rothaus-Poison). Einen weiteren Silber-Rang für die St. Märgener holte im Short-Track der Männer Christian Pfäffle (Neuffen) vor Johannes Bläsi (Münstertal/Lexware Racing). Bianca Purath (Rothaus-Poison) wurde im Power-Track Zweite.

Autor: Annemarie Zwick (Text) und Patrick Seeger (Fotos)


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