Mit Zähigkeit zurück im Weltcup

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 17. Juli 2018

Mountainbike

Adelheid Morath kurbelt beim Cross-Country-Rennen in Andorra auf Rang 18 / Lexware-Trio enttäuscht im Bikepark Vallnord.

MOUNTAINBIKE. Beim Weltcup in Andorra gelang der St. Märgener Profi-Mountainbikerin Adelheid Morath im Bikepark Vallnord nach wochenlanger Verletzungspause ein überzeugender Wiedereinstieg. Mit Rang 18 erreichte sie auf dem schweren Cross-Country-Kurs eine beeindruckende Platzierung. Beim Short-Track-Wettbewerb kurbelte die Hochschwarzwälderin auf den 22. Platz. Die Fahrer des Kirchzartener Lexware-Teams hatten keinen Grund zur Freude.

Adelheid Morath machte im Ziel einen sehr gelösten Eindruck. Endlich hatte sie im Jahr 2018 ihr erstes Cross-Country-Rennen auf Weltcupebene ins Ziel gebracht. Nach einem Kahnbeinbruch im März und einem Schlüsselbeinbruch bei ihrem Comeback Ende Mai in Albstadt, hatte sie viel Geduld benötigt und vor einer Woche auf den Weltcup im italienischen Val di Sole verzichtet.

Morath erwischte in der dünnen Bergluft auf 1900 Metern über dem Meeresspiegel an Position 39 einen guten Start, fuhr rasch in die Nähe der Top 20 nach vorn und bot dann ein sehr konstantes Rennen mit stabilen Rundenzeiten. So verbesserte sie sich bis auf Position 18 und konnte diese Platzierung bis ins Ziel verteidigen. Mit 6:38 Minuten Rückstand auf die schwedische Weltcupsiegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (1:22:58) erreichte sie das Ziel.

"Ich bin sehr,

sehr zufrieden."

Morath über ihr Weltcup-Comeback
"Andorra hätte eigentlich mein Saisonhöhepunkt werden sollen, hier bin ich 2017 bis zu meinem Defekt wohl mein bestes Rennen gefahren", so Morath. "Ich habe mein Bestes gegeben und bin gut durchgekommen. Ein Top-20-Resultat ist schon mal gut", kommentierte die Hochschwarzwälderin ihre Leistung: "Ich bin sehr, sehr zufrieden."

Natürlich werde sie noch Zeit brauchen um zu alter Form zurückzufinden. Wochen ohne Training, vor allem ohne Fahrten auf dem Mountainbike, sind nicht so einfach aufzuholen. Am Freitagabend hatte Adelheid Morath beim Short- Track-Wettbewerb in Andorra schon angedeutet, dass sie gut in Form ist. Sie beendete das Rennen als 22. mit 1:35 Minuten Rückstand auf Siegerin Alessandra Keller (Schweiz, 20:12). Morath fuhr aus der letzten Startreihe der 40 Weltcupstarterinnen langsam nach vorne. Drei Runden vor Schluss schien der begehrte 16. Platz in Reichweite, der für das Cross-Country-Rennen am Sonntag eine Startposition in der zweiten Reihe garantiert hätte.

"Die Beine waren gut und ich bin gut nach vorne gekommen, aber leider habe ich in der drittletzten Runde einen kleinen Fehler gemacht", so Morath im Rückblick, "ich bin weggerutscht und hatte deshalb keine Chance mehr auf die Top-Sechzehn."Die Vorzeichen für die deutsche Meisterschaft am kommenden Wochenende in St. Ingbert, sind aus Moraths Sicht nicht schlecht. DM-Titelfavoritin Nummer eins ist aber Elisabeth Brandau (Schönaich), die in Andorra nach verpatztem Start noch auf Rang zehn fuhr. Im Elite-Rennen der Männer war Georg Egger aus dem Kirchzartener Lexware-Team nur sechs von acht Runden lang halbwegs im Plan und konnte sich nach dem Start von Position 55 auf den 45. Platz nach vorne arbeiten. Egger kämpfte zwar bis zwei Runden vor Schluss an dieser Position, doch dann musste er das Tempo reduzieren und verlor noch acht Positionen. So kam er mit 10:23 Minuten Rückstand auf den italienischen Sieger Gerhard Kerschbaumer (1:32:05) als enttäuschter 53. ins Ziel.

Damit war er nach dem Ausscheiden des Deutschen Meisters Manuel Fumic zwar bester Deutscher, doch das interessierte Egger nicht. "Ich war am Ende wieder komplett leer", bekannte er. "Vom Kopf her ist es schwer, wenn man sich die Top 30 vorgenommen hat und dann so weit davon entfernt ist."

Seine beiden U23-Teamkollegen Max Brandl und Luca Schwarzbauer konnten ihr Rennen nicht beenden. Brandl war am Freitag mit einer Erkältung aufgewacht, hatte sich dann am Sonntag besser gefühlt und startete in das Weltcup-Rennen. Doch nach zwei Runden lag er nur an 45. Stelle. "Das machte keinen Sinn. Ich konnte einfach nicht an mein Limit gehen", so Brandl, der das Rennen enttäuscht aufgab.

Kurze Zeit später stieg auch sein Lexware-Teamkollege Luca Schwarzbauer aus, der an 22. Stelle kurbelnd von heftigen Bauchschmerzen geplagt wurde. "Ich habe mich nicht schlecht gefühlt", so Schwarzbauer, "aber dann wurde das Rennen ein Albtraum für mich".