Morath bleibt das Pech treu

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 10. September 2018

Mountainbike

WM-Aus nach Sturz in der ersten berüchtigten Abfahrt / Luca Schwarzbauer auf Rang zehn.

MOUNTAINBIKE. Die St. Märgenerin Adelheid Morath konnte am Samstag bei der Mountainbike-Weltmeisterschaft in Lenzerheide das Rennen nach einem Sturz nicht beenden. Lexware-Biker Georg Egger hatte ebenfalls Pech, fuhr im Eliterennen der Männer aber immerhin auf den 33. Platz. Sein Teamkollege Luca Schwarzbauer kurbelte im U-23-Rennen auf den zehnten Platz.

Es war der berüchtigte erste Downhill, der Adelheid Morath zum Verhängnis wurde. Eine Abfahrt, vor der sie schon vor dem Start ins WM-Rennen riesigen Respekt hatte. Und in dem später auch der Deutsche Meister Manuel Fumic "abgeschossen" werden sollte. Als "komplettes Chaos" bezeichnete Adelheid Morath die Situation, in der nach dem ersten Anstieg Rad an Rad in diese technische Passage eingefahren wird. "Irgendeine Fahrerin ist in mich reingefahren", berichtete Adelheid Morath. Sie stürzte. Sie selbst kam einigermaßen glimpflich davon, doch am Bike waren Bremshebel und die Bremsscheibe verbogen. Außerdem verdrehte sich die Kette. Bis sie den Antriebsstrang wieder in Ordnung gebracht hatte, war sie längst Letzte, mit großem Rückstand zur Vorletzten. Das WM-Rennen war gelaufen. "Ich war mir dann nicht sicher, ob mein Bremshebel noch in Ordnung war", erklärte Morath ihre Aufgabe. "Und ich war null bereit, ein Risiko einzugehen."

Damit setzte sich die Pechsträhne der Hochschwarzwälderin in dieser Saison auch bei der Weltmeisterschaft fort. Eine WM, die in die Geschichte eingehen wird und die an Zuschaueraufkommen und Stimmung kaum zu übertreffen war. 25 000 Zuschauer waren am Samstag an der Strecke, durften aber nicht den erhofften Heimsieg der Schweizer Titelverteidigerin Jolanda Neff bejubeln, sondern sahen zu, wie die US-Amerikanerin Kate Courtney einen Überraschungssieg landete, 47 Sekunden vor der Dänin Annika Langvad und 1:58 Minuten vor der Kanadierin Emily Batty.

Für Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Team lief es im Eliterennen der Männer auch nicht reibungslos, doch er kam immerhin als 33. mit 6:15 Minuten Rückstand auf den jetzt siebenfachen Weltmeister Nino Schurter (Schweiz, 1:29:21) ins Ziel und konnte die grandiose Atmosphäre genießen. Georg Egger hatte schon am Start das Pech, das vor ihm ein Fahrer nicht in sein Klickpedal kam, so dass der deutschen Vizemeister sofort massiv an Boden verlor. Noch ungünstiger war, dass insgesamt viermal seine Kette aus der Führung fiel. Von der dritten Runde an lief es dann "mega", wie Egger das nannte. In Runde vier fuhr er die 15. Zeit und machte acht Plätze gut und danach noch einmal fünf. Dass ihm das Malheur mit der Kette in der vorletzten Runde noch einmal passierte, kostete wieder Plätze.

"Zusammengenommen habe ich mehr als eine Minute durch die Stopps verloren", erklärte Egger. "Ich hatte ein super Kämpferherz und alles abgeliefert, was ich im Tank hatte." Ben Zwiehoff (Essen) war als 30. (5:33 Minuten Rückstand) bester Deutscher, nachdem der Deutsche Meister Manuel Fumic in Runde eins unverschuldet gestürzt war und sich am Ellbogen verletzt hatte. Der Schweizer Nino Schurter sicherte sich elf Sekunden vor Gerhard Kerschbaumer (Italien) und 1:14 Minuten vor Mathieu van der Poel (Niederlande) seinen siebten WM-Titel.

Für Eggers Teamkollegen gab es im U-23-Rennen Freud und Leid. Luca Schwarzbauer war "überglücklich" über seinen zehnten Platz, 2:36 Minuten hinter dem neuen U-23-Weltmeister Alan Hatherly (1:21:22) aus Südafrika. Dieses Ergebnis nannte er sein "Traumziel". Im Juniorenrennen fuhr Teamgenosse Lars Hemmerling auf den 21. Platz, 5:40 Minuten hinter dem Sieger Alexandre Balmer (Schweiz/1:13:45), der zwei Sekunden vor dem Deutschen Meister Leon Kaiser aus Monheim und 1:13 Minuten vor dem Franzosen Mathis Azzaro gewann.