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17. Juli 2012
Nägel: Sabotage bei der Tour
Franzose Fedrigo gewinnt die Etappe in Pau.
PAU (dpa). Sabotage, Chaos, krimineller Akt: Die Reaktionen auf die mysteriöse Nagel-Attacke auf die 99. Tour de France am Sonntag waren deutlich. Einigkeit herrschte auch beim großen Lob für den fairen Bradley Wiggins, der den schwarzen Tag "mit Sportsgeist rettete", wie das britische Blatt Independent am Montag schrieb. Der Mann im Gelben Trikot vom Team Sky hatte eine Tempodrosselung im Feld der Topfahrer durchgesetzt, als er vom dreifachen Pannenpech seines Konkurrenten Cadel Evans (BMC) erfahren hatte. Durch Wiggins’ Entgegenkommen holte der Vorjahressieger rund zwei Minuten wieder auf. Der Tour-Veranstalter ASO erstattete Anzeige gegen unbekannt, die Staatsanwaltschaft von Foix leitete Ermittlungen ein.
Kurz nach der von ihm eingeleiteten Solidaritätsaktion musste Wiggins, der im Fahrerfeld jetzt endgültig – und nicht nur durch seine souveräne Fahrweise – zur nahezu unangefochtenen Autorität aufgestiegen ist, wegen eines Platten rechts ran. Das gleiche Schicksal traf auf der gefährlichen Abfahrt von der 1375 Meter hohen Mur de Péguère Vincenzo Nibali (Liquigas) Lund etwa 30 weitere Fahrer. Der Kroate Robert Kiserlowski (Astana) brach sich bei einem Sturz das rechte Schlüsselbein, als er von Levi Leipheimer (Omega-Quickstep) überfahren wurde.
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"Was für ein Drecksack wirft denn Nägel auf die Straße des größten Radrennens der Welt?", twitterte der empörte Weltmeister und Wiggins-Teamkollege Mark Cavendish. "Jemand, der Nägel auf eine Abfahrt wirft, auf der Rennfahrer mit 80 Stundenkilometer herunterrasen, ist ein Krimineller", erregte sich John Lelangue, Manager im Evans-Team. "Ich glaube, das war einer mit einem besonders kranken Sinn für Humor – der hat die lebensgefährlichen Konsequenzen gar nicht bedacht", sagte Tour-Veteran Jens Voigt (Radioshack). Der Berliner, der auf einer Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernhard vor drei Jahren gestürzt war und schwerverletzt aussteigen musste, kam am Sonntag glimpflich davon. "Ich hatte auch einen Platten wie sechs Teamkollegen, konnte aber zum Glück vor einer Kurve bremsen und kam auf dem Seitenstreifen zum Stehen", berichtete er.
Pierrick Fedrigo (Frankreich/FDJeux) gewann am Montag in Pau die 15. Etappe aus einer Ausreißergruppe heraus. Zweiter wurde Christian Vandevelde (USA/Garmin). Das Gelbe Trikot des Gesamtbesten trägt weiter der Brite Bradley Wiggins (Sky), der noch immer 2:05 Minuten vor seinem Landsmann und Teamkameraden Christopher Froom notiert ist. 9:29 Minuten zurück liegt Andreas Klöden (Radioshack) als bester Deutscher.
Autor: dpa



