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Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 20. Juli 2018

Mountainbike

Stiebjahn und Huber verkürzen Rückstand auf der MTB-Transalp.

MOUNTAINBIKE. Auf der fünften Etappe der Bike Transalp haben der Langenordnacher Simon Stiebjahn und sein Schweizer Teamkollege Urs Huber (Bulls) im Sprint gegen Tony Longo/Johnny Cattaneo auf dem Weg von Ponte di Legno nach Val di Sole über 49,7 Kilometer ihren vierten Tagessieg eingefahren und sind dem Gelben Trikot von Markus Kaufmann und Jochen Käß um 1:11 Minuten näher gekommen.

Nach neutralisierten ersten sechs Kilometern ging es von Ponte di Legno in einen 15 Kilometer langen Anstieg hinein. Den kannten Simon Stiebjahn und Urs Huber aus dem Jahr 2016, sie wussten, was auf sie zukam. "Steil und ruppig" sei der Weg zum höchsten Punkt, so Stiebjahn. Der Schweizer und der Schwarzwälder wollten sich zurückhalten, doch etwa bei Hälfte des Anstiegs realisierten sie, dass Jochen Käß Mühe hatte, an der Spitzengruppe dranzubleiben. Das Bulls-Duo witterte seine Chance. "Wir haben eine Lücke zu ihm gerissen und sind von da an Vollgas gefahren", berichtet Stiebjahn. Markus Kaufmann folgte den beiden, doch Käß hatte oben einen Rückstand von 30 bis 40 Sekunden. In der folgenden Abfahrt schlossen Cattaneo und Longo (Wilier Force 7C) auf und Cattaneo fuhr die Downhill-Passagen "brachial", wie Stiebjahn meinte. "Wir haben versucht dranzubleiben." Kaufmann blieb bis kurz nach dem Passo Tonale (Kilometer 26) dran, fiel dann aber zurück. Am letzten Anstieg mit 300 Höhenmetern fuhren Huber und Stiebjahn noch mal vorne weg, harmonierten sehr gut und holten noch mehr Vorsprung heraus. Die beiden Italiener schlossen in der Abfahrt zum Ziel erneut auf. Dort sei es wegen Fußgängern auch gefährlich gewesen, wenn man an der Spitze unterwegs war. Es kam zum Sprint um den Etappensieg. Longo ging an Huber vorbei, doch der konnte kontern. So reichte es Stiebjahn und Huber zum vierten Etappensieg, sieben Zehntelsekunden vor Cattaneo und Longo.

Die beiden Centurion-Vaude-Fahrer Markus Kaufmann und Jochen Käß verteidigten das Gelbe Trikot, verloren aber 1:11 Minuten, so dass sie auf Stiebjahn/Huber vor den letzten beiden Etappen noch einen Vorsprung von 1:56 Minuten haben. "Wir werden weiter versuchen, Druck auszuüben, ein Defekt kann schon entscheidend sein. Aber für uns sind die vier Etappensiege und Gesamtrang zwei schon ein Erfolg. Hätte man uns das vorher gesagt, wir hätten eingeschlagen", sagte Stiebjahn.

Tags zuvor auf der vierten Etappe über 57,7 Kilometer von Bormio nach Ponte di Legno waren Stiebjahn und Huber ebenfalls im Sprint erfolgreich gewesen. Das Bulls-Duo gewann mit 0,4 Sekunden Vorsprung vor den Italienern Tony Longo/ Johnny Cattaneo (Wilier Force 7C) und 1,5 Sekunden vor Markus Kaufmann/Jochen Käß (Centurion-Vaude). Stiebjahn und Huber versuchten vom ersten Kilometer an, die Gesamtführenden Kaufmann/Käß unter Druck zu setzen. "Da war aber nichts zu machen", sagte Stiebjahn. An der letzten Steigung mit etwa 200 Höhenmetern versuchten Huber und Stiebjahn erneut ihr Glück, konnten aber nicht entkommen. So kam es zum Zielsprint und dem Sieg der Bulls-Fahrer. Es war ihr dritter Etappenerfolg.