Simon Stiebjahn Vierter beim Ortler-Marathon

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 04. Juni 2018

Mountainbike

Der Langenordnacher wird das MTB-Etappenrennen Transalp erstmals im Bulls-Topteam an der Seite von Urs Huber bestreiten.

MOUNTAINBIKE (goll). Beim 86 Kilometer langen Ortler-Marathon in Glurns (Italien) hat Simon Stiebjahn (Team Bulls) den vierten Platz belegt. Der Langenordnacher war aus seinem Trainingslager im Vinschgau direkt zum Wettkampf angereist.

Der Marathon in Südtirol beginnt mit einem fast 20 Kilometer langen Anstieg zum Pfaffensee. Auf dem Weg nach oben arbeiteten Stiebjahns Beine noch nicht so flüssig wie sonst. "Ich denke, daran war das viele und harte Training schuld", sagt Stiebjahn. Er kam in einer Gruppe von Platz vier bis acht am höchsten Punkt an, 45 Sekunden hinter seinem Schweizer Teamkollegen Urs Huber und dem Italiener Juri Ragnoli. Noch weiter vorne lag dessen italienischer Landsmann Daniele Mensi. Doch in der folgenden Abfahrt bildete sich wieder eine große Spitzengruppe, in der auch Stiebjahn war. Beim letzten Anstieg, der etwa fünf Kilometer lang war, wurden die Karten noch einmal neu gemischt. Während Juri Ragnoli schließlich Daniele Mensi nach 3:34:43 Stunden im Sprint besiegte und gewann, wurde Urs Huber 2:14 Minuten zurück Dritter. Simon Stiebjahn verpasste als Vierter das Podest nur um 23 Sekunden. "Ich bin mit meiner Form sehr zufrieden. Der Fahrplan Richtung deutsche Meisterschaft in Kirchzarten stimmt", kommentierte Stiebjahn sein Abschneiden.

Mittlerweile steht auch fest, dass das Team Bulls für das Mountainbike-Etappenrennen Transalp (15. bis 21. Juli) sein Topteam umbaut. Statt des siebenfachen Transalp-Siegers Karl Platt wird Simon Stiebjahn an der Seite von Urs Huber die sieben Tage über die Alpen in Angriff nehmen. Als Backup-Team fungieren Martin Frey und Simon Schneller, die gemeinsam bereits erfolgreich das Cape Epic hinter sich gebracht haben. Laut Pressemitteilung der Bike Transalp hat Karl Platt das Rennen 17 Jahre lang bestritten und neben sieben Gesamtsiegen 37 Etappensiege eingefahren – so viel wie kein anderer Mountainbiker. Erstmals seit 2001 wird er nicht dabei sein. Der 40-jährige Pfälzer will dieses Jahr im Sommer ein Alternativ-Programm fahren und Rennen in Kanada und in Kolumbien bestreiten. "Dieses Rennen hat mir viel gegeben", sagt Platt, "aber ich brauche eine Pause. Ich würde gerne auch mal was anderes fahren." Eines der Rennen, das er fährt, ist das La Leyenda Del Dorado, bei dem auch Tim Böhme an den Start gehen will. Der wird in seinem letzten Profijahr die Transalp ebenfalls nicht bestreiten.

So kommt es beim Start in Imst erstmals zur Teamkonstellation Urs Huber/Simon Stiebjahn. Der Schweizer hat mit Konny Looser 2011 die Transalp schon mal gewonnen. Stiebjahn ist ebenfalls erfahren in Sachen Etappenrennen, er war schon Dritter beim Cape Epic und hat verschiedene kleinere Etappenrennen als Solofahrer gewonnen, darunter den Rothaus Bike Giro und 2016 die letzte Auflage des Bike4Peaks. Stiebjahn ist kein extremer Kletterkünstler wie Urs Huber, aber über die Jahre hat er sich auch auf diesem Terrain gewisse Qualitäten angeeignet. "Es gibt sicherlich andere Etappenrennen, die mir besser liegen, aber ich habe zum Beispiel beim Bike4Peaks und mit zwei Podestplätzen beim Grand Raid, das ein ähnliches Profil hat, gezeigt, dass ich da nicht so schlecht bin", sagte Simon Stiebjahn gegenüber acrossthecountry.net. "Ich freue mich auf die Chance, mit Urs fahren zu können und diese Kombination mal zu testen. Für mich ist das nach einer langen Periode mit Tim ein neuer Reiz und mir ist bewusst, dass ich die Rolle des Schwächeren einnehmen werde. Deshalb muss ich clever fahren und darf mich in den ersten Tagen nicht verleiten lassen."

Stiebjahn ist sich sicher, dass es auch menschlich mit Urs Huber funktioniert. Schließlich kennt man sich schon etliche Jahre. Vom Fahrertyp her passen sie auch zusammen, denn beide gelten als eher offensiv. Eigentlich wollte Simon Stiebjahn bei der DM im Cross-Country an den Start gehen, bei der er im Vorjahr Zweiter geworden war. Aber es sei schnell klar gewesen, dass er die Chance, die er sich schon lange gewünscht hat, wahrnehmen wolle. Auch im Blick auf eine Rolle als Team-Leader, wenn Platt und Huber einmal abtreten. "Dann muss ich in einem Rennen, das für das Team Bulls wichtig ist, auch bestehen können", sagt Stiebjahn.

Um für die langen Anstiege bei der Transalp fit zu sein, hat der Schwarzwälder mit Martin Frey im Vinschgau genau diese langen Anstiege trainiert. Weil Stiebjahn aufrückte, wurde auch das Backup-Team verjüngt. Martin Frey, der im Vorjahr an der Seite von Tim Böhme lernen durfte, und Neuling Simon Schneller werden versuchen, Stiebjahn und Huber zu unterstützen.