Singletrail-Fieber am Hochfirst

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 04. Juni 2018

Mountainbike

Beim Wäldercup der Mountainbiker in Titisee-Neustadt wird mit dem "Trail Hero" erstmals ein Jedermann-Marathon ausgerichtet.

MOUNTAINBIKE. Der RSV Hochschwarzwald baut das Mountainbike-Bundesligarennen in Titisee-Neustadt aus. Am Tag nach dem Schwarzwälder Kidscup und dem Cross-Country-Rennen der Elitefahrer wird der "Trail Hero" mit Start und Ziel an der Hochfirstschanze Premiere feiern. Hinter dem Namen versteckt sich ein Kurzmarathon über 32 Kilometer, garniert mit 1250 Höhenmetern. Damit runden die Hauptorganisatoren Simon Stiebjahn und Markus Bauer die vierte Auflage des Singer Wäldercups am 29. und 30. September nicht nur ab, sondern kreieren wieder einmal etwas Neues.

"Unser Ziel war, in den Singer Wäldercup noch eine Jedermann-Veranstaltung zu integrieren und glücklicherweise haben wir mit Mesa Parts rasch einen Hauptsponsor dafür gefunden", sagt Simon Stiebjahn, Vorsitzender des RSV Hochschwarzwald. Ein Hobbyrennen ist für ein Bundesliga-Wochenende nichts Ungewöhnliches. Doch Stiebjahn und sein Organisationsteam wollen sich abheben. Markus Bauer, Mitglied des RSV-Vorstands, macht deutlich, dass man nicht nur einen weiteren Marathon etablieren will. "Wir wollen ein Event-Wochenende schaffen, das sich international etabliert, ein Format, das in die Zukunft weist."

Der Trail Hero führt am 30. September mit Start und Ziel an der Hochfirst-Schanze über 32 Kilometer und weist 1250 Höhenmeter auf. Die Runde darf man ein- oder zweimal absolvieren. Von den 32 Kilometern bestehen 19 aus Singletrails rund um den Hochfirst. Weil 60 Prozent Singletrail-Anteil für einen Marathon zumindest in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal ist, bekam das Kind den Namen Trail Hero. "Damit heben wir uns von anderen Marathons ab", sagt Stiebjahn. "Es geht darum, die Trails im Hochschwarzwald zu genießen." Die Strecke sei fahrtechnisch nicht sehr anspruchsvoll, die Trails würden "gut rollen und Spaß machen", betont er. Das reicht für den Heldenstatus. Um dem Spaßfaktor noch mehr Ausdruck zu verleihen, haben sich Stiebjahn, Bauer und ihre Mitstreiter weitere Feinheiten ausgedacht. Oben am Hochfirst gibt es einen Foto-Hotspot, wie sie es nennen. Da können die Biker kurz anhalten und von einem Fotografen ein persönliches Highlight-Foto mit dem Feldberg oder dem Titisee im Hintergrund machen lassen.

Kurz vor dem Ziel gibt es im Auslauf der Hochfirstschanze dann noch die "Rothaus Wheelie Challenge". Wer es schafft, über eine bestimmte Distanz hinweg einen Wheelie (Fahren auf dem Hinterrad) zu machen, bekommt ein Sixpack Bier. "Wir wollen das Rennen zu etwas Besonderem machen", sagt Stiebjahn, deshalb die Extras. "Wir wollen ein innovatives Bikerennen schaffen", ergänzt Bauer.

Die Ideen verdeutlichen, dass sich der Marathon vor allem an Hobby-Mountainbiker richtet. Es wird zwar auch einen Lizenzblock geben, doch richtet sich der Marathon in erster Linie an Jedermänner.
Auf 600 Starter wird der Trail Hero begrenzt, damit bei den vielen Singletrails die Qualität und das Vergnügen, ohne zu oft anhalten zu müssen, gewährleistet bleibt. Das Anmeldeportal ist seit dem 1. Juni offen. Der Start ist um 10.30 Uhr.

Dieses neue Rennformat am Sonntag ergänzt die vierte Auflage des Wäldercups neben den Kidscup-Nachwuchsrennen, dem Cross-Country-Bundesligarennen am Samstag und der Party am Abend. Zudem sollen dieses Jahr auch mehr Aussteller auf dem Event-Gelände zu finden sein. "Wir versuchen, den Festival-Charakter damit nach und nach auszubauen", erklärt Bauer.

Dass der RSV Hochschwarzwald innovativ ist, hat der Verein bereits voriges Jahr demonstriert, als er das internationale Bundesliga-Rennen auf Samstag vorzog, die Renndauer experimentell auf eine Stunde Renndauer verkürzte und mit hohen Preisgeldern lockte. Obwohl der Termin sechs Tage nach der Weltmeisterschsaft in Australien war, gab es mit Olympiasiegerin Sabine Spitz und dem Neuseeländer Sam Gaze, der Anfang dieser Saison den Weltcup in Stellenbosch (Südafrika) gewann, prominente Sieger. "Dieses Jahr können die Profis Ende September ganz entspannt den End-of-Season-Charakter des Events wahrnehmen. Und im Anschluss an ihre Rennen eine Party feiern", sagt Bauer.