Spitz gewinnt ewiges Duell

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 15. Mai 2018

Mountainbike

Mountainbike-Olympiasiegerin lässt beim Hegau-Bike-Marathon Esther Süss hinter sich.

MOUNTAINBIKE (BZ). Sabine Spitz setzt Prioritäten. So ließ sie das zweite Rennen der Bundesligaserie in Gedern sausen und fuhr den Hegau-Bike-Marathon in Singen. Eine gute Entscheidung: Die Niederhoferin gewann und zeigte sich vor dem Cross-Country-Heimweltcup am kommenden Wochenende in Albstadt in guter Verfassung.

Erstmals hat die Olympiasiegerin damit einen Lauf der UCI Marathon World-Series gewonnen. Beim Hegau-Bike-Marathon siegte die Marathon-Vizeweltmeisterin souverän vor der Ex-Weltmeisterin und ewigen Rivalin Esther Süss. Dabei ließ es Sabine Spitz im Duell gegen die Schweizerin auf das Finale ankommen, es war bis kurz vor der Zielankunft ein enges Rennen, Spitz siegte nach 80 Kilometern in 3:27:03 Stunden mit einem Vorsprung von nur vier Sekunden. "Irgendwann hatte ich mich entschieden, die Entscheidung erst auf den letzten Kilometern zu suchen", sagte Spitz, ihre Taktik habe "super funktioniert".

Damit unterstrich die 46-Jährige, dass die Form vor dem anstehenden Heim-Weltcup im olympischen Cross-Country stimmt. "Ich habe mich bei den Anstiegen gut gefühlt, was mich mit Blick auf den Sonntag zuversichtlich stimmt", sagte Spitz. "Beim extremen Profil" in Albstadt seien "vor allem die Kletterfähigkeiten gefragt". Albstadt, wo 15 000 bis 20 000 Zuschauer erwartet werden und nahezu die gesamte Mountainbike-Weltelite starten wird, ist einer ihrer Höhepunkte in jeder Saison, und sie reist per se als Mitfavoritin an. Beim ersten Weltcup des Jahres in Stellenbosch, Südafrika belegte die Deutsche Meisterin Rang acht.

Das einzige UCI-Marathon-World-Series-Rennen auf deutschem Boden im Hegau war eine wichtige Station für die Niederhoferin. Bei der Marathon-WM im vergangenen Jahr an gleicher Stelle hatte sie mangels Punkten weit hinten starten müssen, "das würde ich bei der WM im September gerne vermeiden und will deshalb so viel wie möglich punkten", sagte Spitz im Vorfeld.

Es wurde dann viel taktiert. "Dabei gehörte Sabine eindeutig zu den aktivsten Fahrerinnen und hatte die Konkurrenz sicher im Blick", kommentierte ihr Manager Ralf Schäuble den Rennverlauf. Nach 31 Kilometern lag eine achtköpfige Gruppe an der Spitze. Beim Anstieg Richtung Hohentwiel hielt Sabine Spitz das Tempo hoch und brachte die Gruppe zum Zersplittern. Nach der schwersten Steigung zum Hohenstoffel bildete sich ein Spitzentrio mit Silke Ulrich (München), Spitz und Süss. Dabei war offensichtlich, dass Ulrich nicht um den Sieg würde fahren können. Lediglich Esther Süss war neben Sabine Spitz in der Lage, Tempoarbeit zu machen. "Und als es den letzten markanten Anstieg am Plören hinaufging, zogen die beiden davon", so Schäuble.

Ulrich, die vierfache Deutsche Marathon-Meisterin wurde distanziert, hielt aber bis ins Ziel Platz drei. Spitz wartete auf den richtigen Moment, am letzten steilen Anstieg rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel ergriff sie die Initiative und riss eine Lücke, die entscheidend war.