Spitz überschlägt sich

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 09. Juli 2018

Mountainbike

Kein Glück für die Olympiasiegerin beim Weltcup / Niederhoferin scheidet bei Wloszczowska-Sieg aus.

MOUNTAINBIKE. Pech für Sabine Spitz, eine glückliche Maja Wloszczowska: Nach einem packenden Rennen hat die Polin beim Weltcup der Mountainbikerinnen im italienischen Val di Sole den vierten Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert. In 1:30:51 Stunden lag sie neun Sekunden vor der Kanadierin Emily Batty und 30 Sekunden vor Jolanda Neff aus der Schweiz. Sabine Spitz stürzte und schied aus.

Der vierte Weltcup-Lauf brachte der Olympiasiegerin aus Niederhof kein Glück. Nach gutem Start aus der dritten Reihe, fuhr die Deutsche Meisterin bis auf Rang 15 nach vorn, in der dritten Runde, bei der Einfahrt in den mit Felsen gespickten Steilhang, überschlug sich die Olympiasiegerin von Peking allerdings, als sie das Hinterrad von Julie Bresset (Frankreich) leicht berührte und dadurch in eine Felsspalte rutschte. "Plötzlich blieb mein Vorderrad stehen, so dass ich an dieser steilen Stelle keine Chance hatte", erklärte Sabine Spitz die unglückliche Situation. Dabei schlug sie hart mit Kopf und Schulter auf den Boden auf. Nach ersten medizinischen Abklärungen scheint aber zumindest nichts gebrochen zu sein.

Schäuble: "Genaueres erst in den nächsten Tagen."

Die Frauen lieferten ein spannendes und teils spektakuläres Rennen. So bekam Weltmeisterin Jolanda Neff Szenenapplaus für ihr Überholmanöver gegen Pauline Ferrand Prevot (Frankreich). Einmal versuchte sie, durch eine Attacke im Downhill davonzukommen, doch ihr Vorsprung wurde wieder geschluckt.

In der vorletzten von sieben Runden markierte Neffs Teamkollegin Wloszczowska eine "Bilderbuch-Attacke", wie es Neff nannte. Sie habe später "versucht, die Lücke nach vorne zu schließen, ich bin aber weggerutscht". So konnte Emily Batty zurückkommen und ihr den zweiten Rang abnehmen. "Ich habe nur noch geschaut, den dritten Platz ins Ziel zu bringen. Es war ein super Rennen, ich bin mit Platz drei sehr zufrieden. Maja hat in letzter Zeit sehr hart trainiert, ich wusste, dass sie in Form ist und sie hat es sich verdient", so Neff. Für Wloszczowska ist es der erste WC-Sieg seit Pietermaritzburg 2012 und der vierte insgesamt.

Vor dem Hintergrund eines Rippenbruchs vor zehn Tagen war aber vor allem das Abschneiden von Elisabeth Brandau bemerkenswert. Zudem hatte die Schönaicherin in der Startphase Pech, als direkt vor ihr die Weltcup-Führende Annika Langvad zu Boden ging und Brandau abbremsen musste. "Ich habe mich vorne hingesetzt, um meinen Rhythmus fahren zu können. Aber ich kann das nicht so gut, wenn ich einen Rattenschwanz hinten dran habe und bin deshalb auch mal unkonzentriert geworden. Es tat schon weh am Schluss", erzählte die 32-Jährige.

Ihr Kontrahentin Sabine Spitz konnte ihre ansteigende Form nicht wirklich unter Beweis stellen. Nach Platz acht zum Weltcup-Auftakt in Südafrika konnte sie das Cross-Country-Rennen wie schon in Albstadt und Nove Mesto nicht beenden. Doch das stand nicht im Vordergrund.

Das Spitz-Lager hofft auf keine Nachwirkungen des Sturzes. "Genaueres wird man erst in den nächsten Tagen sagen können", teilte ihr Manager Ralf Schäuble mit.