Stiebjahn Marathonsieger in Belgien

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 30. April 2018

Mountainbike

Langenordnacher MTB-Profi dominiert im Dauerregen bei sieben Grad / Bettinger gelingt mit Rang acht die WM-Qualifikation.

MOUNTAINBIKE. Der Langenordnacher Mountainbike-Profi Simon Stiebjahn vom Team Bulls hat den prestigeträchtigen Marathon im belgischen Houffalize gewonnen. Der für das Kirchzartener Lexware-Team fahrende Breitnauer Matthias Bettinger kurbelte an seinem 34. Geburtstag bei dem Rennen der UCI-Marathonserie auf Rang acht und schaffte damit die WM-Qualifikation. Sieben Grad (plus) und Regen: die Bedingungen waren in den Ardennen wie gemacht für die beiden Hochschwarzwälder. Beide lieben Matsch-Rennen.

Relativ früh bildete sich eine fünfköpfige Gruppe mit Simon Stiebjahn, dessen Bulls-Teamkollegen Martin Frey, dem Niederländer Robert den Nijs, dem Luxemburger Sören Nissen sowie dem Münstertäler Julian Schelb. Bei Kilometer 35 von 83 flog das Quintett auseinander und Simon Stiebjahn marschierte gemeinsam mit de Nijs auf und davon. "Bei Kilometer 50 habe ich dann attackiert und konnte mich lösen", beschreibt Simon Stiebjahn die Entscheidung. Die verbleibenden 30 Kilometer fuhr er solo in 3:41:22 Stunden zu seinem ersten Sieg in der UCI-Marathon-Serie. "Auch wenn man realistisch einschätzen muss, dass das Rennen nicht so gut besetzt war wie im vorigen Jahr, aber es bestätigte mir die Trainingseindrücke und den Leistungstest. Gewinnen muss man erst mal und das erste Mal ein Rennen der Marathonserie zu gewinnen, das ist schon was Besonderes", jubelte Stiebjahn über den Erfolg, den er nach 2400 Höhenmetern 1:45 Minuten vor de Nijs und 2:34 Minuten vor Nissen feierte.

Der Breitnauer Matthias Bettinger verbuchte in Houffalize sein zweitbestes Resultat bei einem Marathonrennen der UCI-Serie und schaffte damit auch gleich die WM-Qualifikation. Bettinger erwischte an seinem 34. Geburtstag einen "extrem schlechten Start". Auf der "beinharten Strecke", habe sich in der ersten Rennstunde alles sehr schlecht angefühlt, bekannte der Breitnauer. Doch dann ging der Knoten auf und er konnte sich Gruppe um Gruppe nach vorne arbeiten. Allerdings war sich Bettinger überhaupt nicht bewusst, um welchen Platz er eigentlich fuhr. "Ich war dann sehr überrascht, als es der achte Platz wurde. Gefühlt war es ein 20. Rang. Deshalb bin ich sehr zufrieden." Mit 8:41 Minuten Rückstand auf seinen Hochschwarzwälder Kumpel Simon Stiebjahn konnte er die Ziellinie überqueren und die Korken also nicht nur wegen seines Geburtstags knallen lassen.

Max Brandl Zweiter beim Bundesliga-Auftakt in Heubach

Der Franzose Joshua Dubau verhinderte am Sonntag beim ersten Bundesligarennen in Heubach einen deutschen Sieg im U-23-Rennen. In der zweiten Runde hängte er das Lexware-Duo Max Brandl und Luca Schwarzbauer an einem langen Anstieg ab und gewann mit 47 Sekunden Vorsprung auf Brandl. "Ich konnte Joshua am Berg nicht folgen, keine Chance", sagte Brandl. Luca Schwarzbauer hatte von der Mitte des Rennens an Probleme mit seiner Schuhplatte, musste den Schweizer Teamweltmeister Filippo Colombo vorbeiziehen lassen und wurde Vierter. "Ich hatte gute Beine. Max konnte ich im Anstieg zwar nicht folgen, aber es lief gut. Ich bin glücklich", sagte Schwarzbauer. Deutlich später traf ein enttäuschter David List im Ziel ein. Der in Freiburg lebende Friedrichshafener landete auf Rang elf. Zwei Plattfüße kosteten ihn ein deutlich besseres Resultat: "Ich habe mich super gefühlt, da wäre deutlich mehr drin gewesen." Der für das Breitnauer Team Freiburger Pilsner-Merida startende Luca Girke kam in seinem ersten U-23-Bundesligarennen auf Rang 23. Teamkollege Florian Reichle wurde 27.

Im Eliterennen der Männer wurde Lexware-Starter Georg Egger 19. und der Breitnauer Heiko Hog (Pilsner-Merida) kam mit einer Runde Rückstand auf den 40. Platz.