Zwischen Schweinehund und Legende

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 18. Mai 2018

Mountainbike

Mountainbiker Bettinger kämpft verbissen auf Elba.

MOUNTAINBIKE (BZ). "Es gibt Tage, da gewinnst du, es gibt Tage da verlierst du." Das, so der Breitnauer Mountainbiker Matthias Bettinger, sei leider die Erkenntnis aus seinen jüngsten Rennen auf der ebenso traumhaften wie extrem harten Strecke des Capoliveri-Legendcup auf der zehn Kilometer vor der italienischen Küste gelegenen Insel Elba. "Es war klar, dass es ein heißer Ritt im Vergleich mit den besten Mountainbike-Marathonfahrern der Welt werden würde", so der Fahrer des Kirchzartener Lexware-Teams. Schon beim neutralisierten Start wurde um jede Position im Feld gekämpft. "Ich hab’ sofort gemerkt, dass es nicht mein bester Tag auf dem Mountainbike ist", so Bettinger. Er habe auf Besserung gehofft, die sich aber leider nicht einstellen wollte. Und so begann für ihn der der berühmte Kampf mit dem inneren Schweinehund.

Die Beine wollten sich einfach auf den vielen Singletrail-Kilometern nicht schnell genug im Kreis drehen. Wenn es nicht läuft, kommt meist auch noch das Pech dazu. So auch an diesem Tag. In einer der unzähligen kurzen technisch schwierigen Trailabfahrten merkte der Breitnauer, dass das Hinterrad seines MTB immer "komfortabler" wurde. Leider ist dieser Komfort nicht immer von Vorteil, in diesem Fall steckte der Stein noch im Mantel. Bettinger konnte das Loch mit einem Reparaturkit flicken und setzte das Rennen fort. Doch in der vorletzten Abfahrt touchierte er mit dem Hinterrad eine Felskante und die Luft war wieder raus. Da das Ersatzmaterial in der Trikottrasche schon aufgebraucht war, versuchte er auf der Felge in die nächste Technikzone zu rumpeln. "Eigentlich ein Tag, um ein Rennen aufzugeben", so Bettinger, "doch ich wollte die Legende besiegen". Mit neuem Hinterrad kämpfte er so weiter gegen den inneren Schweinehund. Im Weltklassefeld bei der UCI World Series in Capoliveri "war an einem verflixten Tag einfach nicht mehr als der 51.Platz für mich drin", so Bettinger.