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17. November 2009

Der eine piekst, der andere nicht

13. Ehrentag des Fußballbezirks Freiburg in Merzhausen.

FUSSBALL. "Ich stochere nicht gerne in den Leuten herum", begründete Dieter Junele, warum er den verdienten Funktionären beim 13. Ehrentag des Fußball-Bezirks Freiburg im Festsaal des Merzhausener Rathauses die goldenen und silbernen Nadeln nicht höchstselbst ans Revers heftete, sondern sie, montiert an die zugehörigen Urkunden, überreichte. Anderswo stocherte der Ehrenvorsitzende des Bezirks und Erfinder des Ehrentags indes ausgiebig herum – nämlich in seinen Erinnerungen – und förderte so, oft spontan, zu jedem Empfänger einer Auszeichnung Anekdoten hervor.

Dies könne keiner so wie Junele, stellte dessen Nachfolger als Bezirksvorsitzender, Arno Heger, fest. Junele habe auf diese launige Weise den Ehrentag in mehr als einem Jahrzehnt geprägt, und werde dies als Laudator der Veranstaltung auch weiterhin tun. Und Junele kann sich, als Bezirkschef im Ruhestand, nun noch mehr auf die Ansprachen konzentrieren, denn anstelle der belegten Brötchen, die er mit Hilfe der Familie und von Freunden früher selbst organisierte, ist beim Ehrentag nun professionelle Bewirtung getreten. Und noch eine Neuerung gab es: Erstmals wurde eine über den Bereich des Fußballs hinausgehende Auszeichnung verliehen: Bezirksjugendwart Dieter Rückle erhielt die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg (wir berichteten).

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Dank als aufdringliche Form der Bitte

Bei dieser Gelegenheit wurde dann doch noch "gestochert". "Ich bin konservativ – ich piekse noch", konterte der Freiburger Bürgermeister Otto Neideck Juneles verbale Vorlage, als er die Nadel an den Aufschlag von Rückles dunklem Einreiher applizierte.

Rund eine Million Frauen und Männer in Deutschland widmen sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich dem Fußball – und sind so wichtig wie die Luft im Ball. Ohne sie geht nichts. Der Spielbetrieb müsste sofort eingestellt werden, gäbe es nicht Trainerinnen und Schiedsrichterinnen, Trikotwäscher, Platzwarte und Vereinsvorsitzende oder einfach Menschen mit Ideen, die den Fußball vor Ort weiter bringen. Für diese Leistungen in einem würdigen Rahmen zu danken, ist die Intension des Ehrentages. Wobei Heger anmerkte, Dank könne auch so verstanden werden: "Als aufdringlichste Form der Bitte, weiterzumachen!"

Die Geehrten in Merzhausen, Verbands-Ehrenurkunde: Klaus Dold, Rudolf Dold (beide SpVgg. Buchenbach), Waltraud Meyer (SV Wasser), Rolf Reich (FC Fr.-St. Georgen), Klaus Schlenker (FC Sexau), Konrad Schuldis (SV Biederbach), Norbert Binder (PTSV Jahn Freiburg), Lothar Becherer (SV Biederbach). – Verbands-Ehrennadel: Michael Maurer (FC Sexau), Konrad Hassis (SV BW Wiehre Freiburg), Bernhard Kury (SV Biederbach), Clemens Löffler, Hubert Schneider , Herbert Sobek (alle SpVgg. Buchenbach), Paulo Dias (FC Portugiesen Freiburg), Alexandra Kopp (SV Au-Wittnau), Oliver Burger (SV Biederbach). – Verbands-Ehrennadel in Silber: Bernhard Bühler (SV Mundingen), Otto Herleth (SV BW Wiehre Freiburg), Günter Leimgruber (SpVgg. Ehrenstetten), Harald Meier (TV Köndringen). – Verbands-Ehrennadel in Gold: Manuel Ervoes (FC Portug. Freiburg), Gefion Rawer (SC Niederhausen), Peter Liebscher (Oberried). – DFB-Ehrennadel: Bernhard Zimmermann (SV Au-Wittnau), Ewald Hödle (SC Niederhausen).

Autor: Claus Zimmermann