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04. Juli 2012

EINWURF: Ideal unauffällig

Die EM, die Schiedsrichter und der Amateurfußball.

Kennen Sie Senhor Proença? Nein? Nie gehört? Dann hat jener honorige Herr aus Portugal ja alles richtig gemacht. Pedro Proença leitete am Sonntag das Finale bei der Europameisterschaft. Von ihm war nach dem Spiel nicht mehr die Rede. Und das ist das größte Kompliment, das ein Schiedsrichter bekommen kann. Unaufgeregt, entscheidungssicher, konziliant, mit Fingerspitzengefühl und ohne Hang zur großen Geste. So sollten sich Schiedsrichter auf dem Fußballplatz verhalten. Das gilt im Übrigen auch zwischen Verbands- und Kreisliga, was Ralf Brombacher, der Chef der Regelwächter vom Hochrhein, am Ende der Jahresversammlung in Bad Säckingen zurecht betont hat. Schiedsrichter sind nicht das Wichtigste im Fußball, aber eben doch unverzichtbar. Weder selbstherrliche Halbgötter mit pfeiftönender Sanktionsfreude, noch getriebene Sklaven einer rasenden Menge aus uneinsichtigen Spielern, dauernörgelnden Trainern und fanatisierten Zuschauern. Das sollten sich alle Besserwisser hinter die Ohren schreiben und beim nächsten Mal ihre Klappe halten, wenn ein Abseitspfiff jäh den aussichtsreichen Konter stoppt. Zur Erinnerung: Ein Schiedsrichter muss unterhalb der Landesliga ohne Assistenten auskommen. Und wenn der Kick mal wieder auf achtklassigem Niveau (Bezirksliga!) dahinvegetiert, ist es unanständig, eine Spielleitung einzufordern, die über alle Zweifel erstklassig ist.

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Autor: Matthias Kaufhold