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16. August 2011

"Frauen fordern Gleichberechtigung"

BZ-Umfrage: Ist es richtig, dass Frauen in der Fußball-Landesliga zwei Euro bezahlen?.

  1. Petra Gerhardt Foto: Wolfgang Künstle

  2. Iris Beck Foto: Wolfgang Künstle

  3. Die Frauen, die Landesligaspiel zwischen Lahrer FV und FSV Altdorf sehen wollten, wurden mit zwei Euro an den Unkosten beteiligt. Foto:  Wolfgang Künstle

  4. Doris Karl Foto: Wolfgang Künstle

  5. Baran Topal Foto: Wolfgang Künstle

  6. Lewon Eberhard Foto: Wolfgang Künstle

FUSSBALL. Eine Diskussion bei der Staffeltagung der Fußball-Landesliga-Staffel 1 gab den Anstoß: Der Lahrer FV beschloss, sich der Mehrheit der Landesligavereine anschließen und von dieser Saison an einen Eintrittspreis von zwei Euro für Frauen zu erheben. BZ-Mitarbeiter Wolfgang Künstle hat sich bei dem Punktspiel des LFV gegen den FSV Altdorf am Samstag über diese Neuerung mit einigen Besuchern und mit einem Vertreter des LFV unterhalten.

Petra Gerhardt, Altdorf: Zwei Euro sind ein Betrag, der noch vertretbar ist. Es ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber es kommt dem Verein zugute. Die Frauen fordern die Gleichberechtigung, außerdem benehmen sie sich auf dem Sportplatz oft schlimmer als die Männer. Deshalb finde ich den Betrag gerechtfertigt.
Iris Beck, Hugsweier: Ich finde es richtig. Wir Frauen schauen ja genauso Fußball wie die Männer. Ich habe mich schon oft gefragt, warum die Frauen nichts zahlen müssen. Bestimmt wird sich das Thema bald wieder einrenken, und dann ist es okay. Ich werde auf jeden Fall weiterhin ins Stadion kommen, dafür bin ich viel zu fußballverrückt.

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Doris Karl, Lahr: Ich habe kein Problem mit dem Eintritt, im Gegenteil. Egal, wo man sonst hingeht, die Frauen müssen überall den gleichen Eintritt bezahlen, warum nicht auch hier? Ich habe mir gleich eine Dauerkarte für zwanzig Euro gekauft, damit ist für mich das Thema durch.
Gabi Mösch, Altdorf: Ich finde es nicht gut, dass wir Eintritt zahlen sollen. Unsere Kinder spielen selber mit, und wenn wir jedes Mal Eintritt zahlen müssen, dann ist das nicht billig. Oft gehen die Frauen nur zum Kaffeetrinken mit und interessieren sich gar nicht fürs Spiel, aber zahlen müssen sie trotzdem. Bei höheren Klassen lasse ich es mir eher gefallen.
Christa Kromer, Altdorf: Ich finde es nicht richtig, dass für Frauen Eintritt verlangt wird. Wenn, dann müsste es einheitlich geregelt werden. Manche Frau wird zukünftig gar nicht mehr mitkommen zum Spiel. Wenn schon Gleichberechtigung, dann müssten die Frauen das Gleiche zahlen wie die Männer.
Heike Müller, Herbolzheim: Ich habe kein Problem mit dem Eintritt, obwohl ich gar nicht zum Fußballschauen komme. Mein Mann arbeitet als Betreuer beim FSV, da begleite ich ihn aus Solidarität. Man unterstützt damit ja auch den Verein, allerdings wäre es besser, wenn es einheitlich geregelt wäre.
Baran Topal, Offenburg: Es ist ungewohnt, weil es bisher halt nicht so war. Zwei Euro in der Landesliga für Frauen finde ich unangemessen. Auf der einen Seite will man mehr Frauen ins Stadion bekommen, auf der anderen Seite sollen sie nun Geld bezahlen. So kommt das Gegenteil dabei raus.
Patricia Falk, Offenburg: Ich habe noch nirgends Geld bezahlen müssen, wenn ich ins Stadion wollte. Ich weiß nicht, ob ich mir da noch mal ein Fußballspiel anschaue. Hätte ich das gewusst, wäre ich heute auch nicht gekommen.
Lewon Eberhardt, Friesenheim: Ich kenne Spieler vom LFV, die bedauern, dass nicht mehr Zuschauer bei den Heimspielen da sind. Für die Spieler finde ich es schade, es wäre besser, wenn die Vereine auf den Umsatz durch Catering setzen würden. Zukünftig werden mein Kumpel und ich wohl ohne Frauen kommen. Gerade junge Leute werden es sich zukünftig länger überlegen, ob sie ins Stadion gehen wollen.
Frank Müller, Vorstand Sport beim LFV: Am Staffeltag war das Thema wie schon in den letzten Jahren wieder auf dem Tisch. Die Staffel 3 nimmt schon seit ein oder zwei Jahren Geld von Frauen. Fünf, sechs Vereine aus der Staffel 1 haben dies nun eingeführt, da wollten wir mitziehen. Ich kenne keine Frauen bei uns im Verein, die nur mitgehen, um Kaffee zu trinken. Außerdem zahlen die Männer auch ihren Eintritt und trinken anschließend ihr Bier in der Gaststätte. Warum nicht auch die Frauen?

Autor: Wolfgang Künstle (Text und Fotos)