"Vieles ist gut, aber es geht noch besser"

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Fr, 24. August 2018

Regio-Fußball

Nach dem sehr kräftezehrenden Pokalerfolg im Derby gegen den Kehler FV trifft der Offenburger FV am Sonntag als Tabellenführer auf den 1. SV Mörsch.

FUSSBALL. Die Saison ist noch jung, leichte Trends aber sind schon zu erkennen – nicht mehr und nicht weniger. Im Fall des Offenburger FV ist dies ein sehr positiver: Nach zwei Siegen in der Verbandsliga mit insgesamt 9:0 Toren, erlebte er nun auch im südbadischen Wettbewerb um den SBFV-Rothaus-Pokal ein in psychologischer Hinsicht wichtiges Erfolgserlebnis mit dem 5:4-Zweitrundenerfolg über den Kehler FV, der indes erst nach einem Elfmeterschießen feststand.

Der 36-jährige Freiburger Florian Kneuker, Inhaber der DFB-A-Lizenz und seit dieser Saison OFV-Coach, betrachtet den erfolgreichen Auftakt mit Genugtuung, aber auch mit einer Portion Unaufgeregtheit: "Wir freuen uns über den guten Start, wissen aber auch, dass wir uns weiter verbessern müssen. Vieles ist schon gut, aber einiges ist noch nicht so, wie ich es mit vorstelle. Es geht noch besser."

Kneuker hat in Offenburg eine Mannschaft vorgefunden, die nach seinem Eindruck sehr ausgeglichen besetzt ist. Dabei denkt er auch an die Altersstruktur. "Es gibt eine gute Mischung aus sehr jungen und sehr erfahrenen Spielern. Die jungen Spieler nehmen Hinweise sehr gut an, sind zielstrebig, ehrgeizig und lernwillig, aber die Älteren sind noch so satt." Der Neuzugang Fabian Herrmann, ein echter Neuner mit hoher physischer Präsenz, gilt als wichtige Ergänzung des Gesamtgefüges. "Er weiß, wo das Tor steht", so sein Coach, "er wird aber auch gut eingesetzt von den Spielen hintendran." Kneuker nennt in diesem Zusammenhang die Namen der jungen Spieler Stefano Anzaldi und Jacob Harter. Nach den Erfolgen erlebt Kneuker im Team eine "sehr gute Stimmung". Das ist für aber für den gelernten Sport- und Fitnesskaufmann, der eine Fußballschule in Freiburg gegründet hat, lediglich die Ausgangslage für eine Weiterentwicklung. Es gibt für ihn beim OFV naturgemäß noch Einiges zu tun. Kneuker verweist dabei auf die Anfangsphase der Pokalpartie vom Mittwochabend, die die aggressiven Kehler bestimmt hatten. "Erst danach haben wir mehr investiert und besser gespielt."

Respekt vor dem kampfstarken Tabellensiebten

Nach dem kräftezehrenden Pokalderby trifft der OFV am Sonntag (15 Uhr) im Sandgrubestadion auf den kampfstarken Tabellensiebten 1. SV Mörsch. Damit bestreitet er innerhalb von acht Tagen sein drittes schweres Spiel. Eine Rolle kann dabei auch spielen, dass die OFV- Spieler im Rahmen der "Englischen Woche" auch wegen der der hochsommerlichen Temperaturen an ihre Leistungsgrenze gehen mussten. Zwar geht der OFV mit Rückenwind ins dritte Punktspiel, doch der Gegner hat keine schlechten Referenzen: Er hat dem FC Radolfzell und dem Kehler FV in den ersten beiden Punktspielen jeweils ein 0:0 abgetrotzt und sich dann gegen den FC Denzlingen mit 3:2 durchgesetzt.

"Mit dem Pokalsieg hatten wir zwar ein positives Erlebnis, hoffen aber, dass wir bis am Sonntag wieder frisch genug sind, um der kommenden Begegnung unseren Stempel aufzudrücken", sagt Trainer Kneuker. Er muss indes auf Luca Ernst und Ersin Osmanov (Urlaub) sowie auf Elias Matthäi (Sperre) verzichten. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Louis Beiser-Biegert (Adduktorenreizung) und Artur Baitenger (Wadenprellung) noch ein Fragezeichen.