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08. Dezember 2011

Kein Grund zum Feiern

Der FC Wehr wird 2012 hundert Jahre alt, doch im Verein geht es drunter und drüber – eine Halbzeitbilanz der Bezirksliga.

  1. Man muss Feste feiern, wie sie fallen. Aber was ist, wenn keinem zum Feiern zumute ist? Foto: DPa

FUSSBALL. Nach 18 Spieltagen deutet sich in der Fußball-Bezirksliga kein Alleingang an, wie es noch in der vorigen Saison dem SV Herten gelungen ist. Der FC Tiengen geht als Wintermeister mit drei Punkten Vorsprung auf den TuS Efringen-Kirchen, und vier Zählern vor dem SV Weil II, in die Pause. Tiengen scheint mit seinen Routiniers die stabilste Mannschaft zu sein.

Sie tanzten vor ihren Fans, machten die La Ola und sangen lautstark den Hit: "So sehn Sieger aus." Die Spieler samt Trainer Germano Fanciulli feierten den 5:3-Sieg im Derby beim FC Wittlingen fast wie die Meisterschaft. Es war ein Highlight für die Efringer in dieser Saison. Der Rückstand auf Tiengen wurde verkürzt und plötzlich sind die Rebländer wieder dick im Meisterrennen. Dabei sah es schon einmal ganz anders aus. Am dritten Spieltag, der TuS hatte seine Partie beim SV Murg mit 0:3 verloren, stand Efringen-Kirchen mit drei Zählern auf einem Abstiegsplatz. Die Stimmung war am Tiefpunkt. Trainer und Spieler stritten sich lautstark nach dem Schlusspfiff. Harmonisch sah das nicht aus. Jetzt scheint alles wieder im Reinen. Fanciulli schwärmt von seiner Mannschaft, und auch die Spieler scheinen begriffen zu haben, wie der ehemalige Profi des FC Basel tickt.

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100 Jahre FC Wehr – zum Feiern ist kaum jemandem zumute

100 Jahre FC Wehr. Im kommenden Jahr soll das Jubiläum groß gefeiert werden. Nur im Moment, in der besinnlichen Vorweihnachtszeit, ist niemandem wirklich zum Feiern zumute. Wird Wehr von der Landesliga in die Kreisliga A durchgereicht? Die Bezirksliga scheint momentan nur eine Zwischenstation zu sein. Mitten in der Saison haben Trainer Peter Johann, Spielausschuss Jörg Heuting sowie dessen Stellvertreter Roberto Santoro den Bettel hingeschmissen. Die Spieler Jens Lupberger und Johannes Scholz trafen sich mit Abwanderungsgedanken in Richtung SV Weil. Vorsitzender Norbert Mühl kämpft im Moment an allen Fronten. Ein neuer Trainer soll schnellstmöglich her. "Das hat Priorität", sagt Mühl, der in Gesprächen mit Bruno Blum (zuvor SC Lauchringen) noch keine Einigkeit erzielt hat.

Für viel Furore sorgten zunächst die Aufsteiger. Nach drei Spieltagen grüßte TuS Lörrach-Stetten von Platz eins, gefolgt vom SV Weil II und dem SV Buch. Fünfzehn Spiele später sieht die Lage anders aus. Nur noch die Weiler sind oben dabei. Die Lörrach-Stettener und Bucher Mannschaften haben sich von der Tabellenspitze verabschiedet. Plötzlich sitzt beiden die Abstiegsangst im Nacken. Vor allem beim TuS war es nicht nur mit dem sportlichen Höhenflug vorbei. Die Bekanntgabe, dass Spielertrainer Werner Gottschling zum Ende der Saison seinen Platz räumen muss, sorgte für viel Missstimmung, Unverständnis und Unsicherheit im Verein. Auch Gottschling zeigte sich angefressen: "Eigentlich wollten wir uns erst zur Winterpause zusammensetzen und die Situation erörtern."

Schönau und Wallbach sind kaum noch zu retten

Zu den Enttäuschungen zählen auch der FC Schönau und der FC Wallbach. Beide Vereine sind wohl kaum noch vor dem Abstieg zu retten. Dabei war man in beiden Klubs mit neuen Trainern vor Saisonbeginn noch recht zuversichtlich. Die Wiesentäler mit Andreas Schneider sorgten im Südbadischen Verbandspokal für Furore, schalteten im FC Steinen-Höllstein gar einen Landesligisten aus, und scheiterten nur knapp am FC Auggen, ebenfalls einem Landesligisten. Aber der Abgang von Torjäger Vedat Erdogan konnte nicht kompensiert werden. In Wallbach setzte man auf den Nachwuchs und den neuen Coach Roland Mutter, der sich in der Liga bestens auskennt. Aber auch hier hieß es von Beginn an, den Blick nach hinten zu richten.

Die Prognose: Der FC Tiengen wird Meister. Der FC Wittlingen und TuS Efringen-Kirchen streiten sich um Platz zwei. Wallbach und Schönau treten den Gang in die Kreisliga A an. Vermutlich auch der FC Wehr, wenn er sich nicht noch gezielt verstärkt. Der Rest muss hoffen.

Autor: Werner Hornig